akademie für partizipative methoden

2015  |  2014  |  2013  |  2012  |  2011  |  2010  |  2009  |  2008

Archiv


 

 Meldungen von 2015

18.12.2015
Zum Jahresausklang sagen wir Danke für das Vertrauen - und haben Aufträge und Aktivitäten der Akademie für Partizipative Methoden 2015 zusammengestellt:

  • Workshop "Qualität in der kommunalen Netzwerkarbeit - Anforderungen und ihre praxisnahe Umsetzung", Januar 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Coaching Arbeitskreis "Wohnungslosigkeit und Gesundheit", Februar 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Konzeption und Moderation der Klausurtagung der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, Februar 2015, für Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Lecture "The democratic city: participative urban and regional development citizen partizipation procedures and practical examples" im Rahmen der Akademie für Gute Regierungsführung und Empowerment in Europa, März 2015, für Europäische Akademie Berlin AGREE.
  • Coaching zu Planungszelle/Bürgergutachten, März 2015,für Jacobs Universität Bremen (Dr. Angela Jain/Nicolas Bach)
  • Konzeption und Moderation der Klausurtagung des Teams Bibliothek und wissenschaftliche Information, Juni 2015, für Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Coaching "Netzwerk Prävention Wartburgkreis", August 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)
  • Coaching "Netzwerk Gesunde Kommune" Gera, September 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)
  • Werkstatt "Vernetzung im Stadtteil Hohenhorst", September 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Themenwerkstatt "Bürgerausstellung", Tagung "ürgerbeteiligung in gesellschaftlichen Konfliktfeldern: Chancen, Hindernisse, Widersprüche“, September 2015, Forum für Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie, Stiftung Mitarbeit.
  • Lecture "Public participation, activating democracy and new involvement models" im Rahmen der Akademie für Gute Regierungsführung und Empowerment in Europa. Oktober 2015. Auftraggeber: Europäische Akademie Berlin AGREE (Nicolas Bach).
  • Internes Coaching Entwicklung Fortbildungen, November 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)

29.10.2015 
Dr. Birgit Böhm leitete die Projektwerkstatt 'Bürgerausstellungen in konfliktären Beteiligungsprozessen: Praxisbeispiele und Einsatzmöglichkeiten'. Die Moderatorin vermittelte in der Projektwerkstatt die Bürgerausstellung mit ihren methodischen Schritten und zeigte mit verschiedenen Praxisbeispielen den Prozess auf – von der ersten Idee bis zur feierlichen Eröffnung. Die Veranstaltung fand an der Evangelischen Akademie im niedersächsischen Loccum statt. Eingeladen hatte die Stiftung Mitarbeit, die inzwischen zum 20. Mal mit den Gästen in Workshops unterschiedlichen Blickwinkel von Bürgerbeteiligung diskutierte. Foto: Stiftung MitarbeitDr. Birgit Böhm mit Beiträgen zu Bürgerausstellungen

Nach Einschätzung von Dr. Birgit Böhm kann die Bürgerausstellung bei gesellschaftlichen Konflikten sehr gut als Auftakt für einen Lösungsprozess genutzt werden. Durch die öffentliche Präsentation kann sie zudem dazu beitragen, dass Akteure "Gesicht zeigen" und überhaupt oder wieder den Dialog miteinander aufnehmen. Im aktuell erschienenen elektronischen Newsletter der Stiftung Mitarbeit stellt Böhm unter dem Titel "Die Bürgerausstellung als Beteiligungsmethode in gesellschaftlichen Konfliktfeldern" ihre Einschätzung vor.

"Die Bürgerausstellung zeigt verschiedene Perspektiven auf, unterschiedliche Interessen werden sichtbar. Damit bildet sie einen Ausgangspunkt für weitere Diskussionen", betont Dr. Birgit Böhm, die im nexus Institut die Akademie für Partizipative Methoden leitet. Die auf Postern präsentierten unterschiedlichen Sichtweisen eignen sich insbesondere zur Beteiligung bei Konflikten im Rahmen aktueller, lebensweltbezogener Vorhaben, z. B. in der Stadt- und Regionalentwicklung.

Dr. Birgit Böhm im Gespräch mit einem Tagungsteilnehmer. Foto: Stiftung MitarbeitGelegenheit für den intensiven Austausch gab es zuvor bei der Fachtagung "Bürgerbeteiligung in gesellschaftlichen Konfliktfeldern: Chancen, Hindernisse, Widersprüche" im September 2015. Dr. Birgit Böhm leitete die Projektwerkstatt "Bürgerausstellungen in konfliktären Beteiligungsprozessen: Praxisbeispiele und Einsatzmöglichkeiten". Die Moderatorin vermittelte in der Projektwerkstatt die Bürgerausstellung mit ihren methodischen Schritten und zeigte mit verschiedenen Praxisbeispielen den Prozess auf – von der ersten Idee bis zur feierlichen Eröffnung.

Die Veranstaltung fand an der Evangelischen Akademie im niedersächsischen Loccum statt. Eingeladen hatte die Stiftung Mitarbeit, die inzwischen zum 20. Mal mit den Gästen in Workshops unterschiedlichen Blickwinkel von Bürgerbeteiligung diskutierte.

Stichwort: Bürgerausstellung

Die Bürgerausstellung ist im Vergleich zu Beteiligungsmethoden wie Zukunftswerkstatt oder Planungszelle/Bürgergutachten, die bereits seit den 1970er Jahren eingesetzt werden, eine junge Methode. Sie entstand Mitte der 1990er Jahre im Rahmen der Lehre und entwickelte sich dann zur Beteiligungsmethode. Inzwischen sind Bürgerausstellungen zu vielen Themen entstanden, die Methode wurde auch international eingesetzt und verbreitet sich. Dabei wurde die Perspektive von Menschen, die mit Problemlagen und Konfliktsituationen konfrontiert waren, in den Mittelpunkt gestellt. Das Vorgehen wurde zunächst mit anderen Beteiligungsverfahren wie Planungszelle/Bürgergutachten kombiniert und entwickelte sich zu einer eigenständigen informellen Beteiligungsmethode, für die der Name "Bürgerausstellung" entstand.

Lesen Sie mehr:
Den Newsletterbeitrag können Sie hier herunterladen (pdf)
Die Präsentation können Sie hier herunterladen (pdf, 31 Folien, 3,3 MB)

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Weiterführende Literatur zur Bürgerausstellung

Zur Bürgerausstellung erschien im November 2013 ein Buch im oekom-Verlag. Aus dem Klappentext:

Die Bürgerausstellung wurde in den 1990er-Jahren in der qualitativen Sozialforschung entwickelt. Sie hat sich inzwischen als eigenständige Beteiligungsmethode etabliert. Dieser Sammelband bietet erstmalig eine umfassende Präsentation dieser vielfältig einsetzbaren Methode. Er stellt ihren theoretischen und methodischen Hintergrund vor und demonstriert anhand unterschiedlichster, auch internationaler Praxisbeispiele deren Einsatz- und Variationsmöglichkeiten. Reflektiert und authentisch laden die Autorinnen und Autoren mit Text und Bild dazu ein, der Entstehung und Wirkung verschiedener Bürgerausstellungen zu folgen. Sie gewähren Einblick in die Stärken, aber auch Grenzen der Methode. Zugleich ist der Band ein Leitfaden, der die notwendigen Schritte zur Vorbereitung, Durchführung und Präsentation erläutert. Er dient damit auch als Werkzeugkasten für den Einsatz der Bürgerausstellung.

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.):
Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Zum Verlag mit weiteren Informationen und Bestellmöglichkeit


01.10.2015
Vernetzung – Was macht gute Netzwerkarbeit aus?

Was macht gute Netzwerkarbeit aus? Wie kann die Zusammenarbeit in den Netzwerken in Hohenhorst gestärkt werden? Das waren die Leitfragen der "Werkstatt Vernetzung", die am 28. September 2015 im Haus am See im Hamburger Stadtteil Hohenhorst stattfand. Als Moderatorin war Dr. Birgit Böhm als Leiterin der Akademie für Partizipative Methoden nach Hamburg gereist. Eingeladen hatte der Koordinierungsbaustein Gesundheitsförderung (KoBa) Hohenhorst mit Unterstützung der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG). Die Werkstatt wurde im Rahmen des Partnerprozesses "Gesund aufwachsen für alle" gefördert und von der Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt.

Lesen Sie mehr bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (externer Link)


09.03.2015Dank an Dr. Birgit Böhm (re.), die aus den Händen von Dr. Dagmar Simon Blumen erhielt. Zuvor hatte Dr. Birgit Böhm, die im nexus Institut die Akademie für Partizipative Methoden leitet, die Klausrtagung der WZB-Gruppe für Wissenschaftspolitik moderiert. Die Klausurtagung fand vom 26.–27.2.2015 in der Villa Blumenfisch am Berliner Wannsee statt. Foto: WZB
Böhm moderiert Klausurtagung von WZB-Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik

Mit einem Programm aus anregenden Methoden moderierte Dr. Birgit Böhm die Klausurtagung der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Böhm: "Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist stets eine Herausforderung. Deshalb sind inne zu halten, Zwischenbilanz zu ziehen und die nächsten Schritte zu planen wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen."

Neben einer Stärken-Schwächen-Analyse mit der "Kopfstandmethode" begab sich die Gruppe in einen "Wettbewerb der Argumente" zur Auswahl gemeinsamer Forschungsfragen. Die Gäste diskutierten in einer leicht modifizierten "Fishbowl-Diskussion" theoretische Konzepte und erarbeiteten am zweiten Tag in Teams konkrete Schritte für die zukünftige Zusammenarbeit an den ausgewählten Forschungsfragen.

Das WZB engagierte Dr. Birgit Böhm als "Facilitator" für einen inhaltlich ertragreichen und abwechslungsreichen Austausch der interdisziplinären Forschungsgruppe. Dr. Birgit Böhm leitet am nexus Institut die Akademie für Partizipative Methoden (APM). Die WZB-Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik wird von Dr. Dagmar Simon geleitet. Die Klausurtagung fand vom 26. – 27.2.2015 in der Villa Blumenfisch am Berliner Wannsee statt.

Lesen Sie mehr im Blog einer Teilnehmerin (in Englisch):
http://www.culturalsourcesofnewness.net/articles/taking-an-upside-down-route-to-the-new


21.01.2015 Am 13. Januar 2015 ist in der Verbandsgemeinde Simmern ein weiterer ehrenamtlich organisierter Fahrdienst gestartet. Das Fahrzeug bedient von Dienstag bis Freitag 24 der 32 Ortsgemeinden im Hunsrück nach einem festen Fahrplan mit telefonischer Vorbestellung. Für die verbleibenden Ortsgemeinden gibt es schon zwei andere Bürgerbusprojekte. Unser Bild zeigt den Bürgerbus vor dem Gesundheitszentrum in der Kreisstadt Simmern/Hunsrück. Foto: Dr. Holger Jansen/Projekt Bürgerbusse Rheinland-Pfalz/nexus
Guntersblum, Ober-Olm und Simmern: Drei neue Bürgerbusse in Rheinland-Pfalz

Drei neue Bürgerbusse haben in Rheinland-Pfalz innerhalb von nur einer Woche den Betrieb aufgenommen. Dazu Innen- und Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD): "Ein Bürgerbus bringt der älteren Bevölkerung im ländlichen Raum eine echte Verbesserung. Ich freue mich, dass mit bürgerschaftlichem Engagement dieser tolle Erfolg erreicht wurde." Jüngstes Projekt ist der Bürgerbus im südlichen Teil der Verbandsgemeinde Rhein-Selz, der am 20. Januar 2015 gestartet ist. Das Fahrzeug mit dem Namen "Mobilus" wird immer dienstags und donnerstags den zentralen Ort Guntersblum mit den Berggemeinden verbinden. So werden in der Region die nicht im Rheintal liegenden Orte genannt.

Am 16. Januar 2015 übernahmen die Aktiven das neue Fahrzeug mit einer feierlichen Übergabe vor dem Rathaus in Guntersblum. Am 13. Januar 2015 ist in der Verbandsgemeinde Simmern ein weiterer ehrenamtlich organisierter Fahrdienst gestartet. Das Fahrzeug bedient von Dienstag bis Freitag 24 der 32 Ortsgemeinden im Hunsrück nach einem festen Fahrplan mit telefonischer Vorbestellung. Für die verbleibenden Ortsgemeinden gibt es schon zwei andere Bürgerbusprojekte. Damit ist das Gebiet der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück mit drei Bürgerbussen vollständig abgedeckt.

Ebenfalls am 13. Januar 2015 startete der Bürgerbus der Ortsgemeinde Ober-Olm. Die Ortsgemeinde bietet ab sofort jeden Dienstag zwei Fahrziele an. Zum einen werden die Einkaufsmärkte in Ober-Olm angesteuert, zum anderen gibt es eine Fahrt nach Nieder-Olm. Der Bürgerbus fährt eine feste Route, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Einkaufsfahrt beginnt um 9 Uhr am Feuerwehrgerätehaus, die Fahrt nach Nieder-Olm um 9.30 Uhr an gleicher Stelle.

Das Beratungsprojekt "Bürgerbusse Rheinland-Pfalz" unter Leitung von Dr. Holger Jansen wird im gesamten Jahr 2015 angeboten. Die Arbeit vor Ort schließt aktive Bürgerbeteiligung mit ein. Mit den jetzt neuen Projekten fahren in Rheinland-Pfalz 28 Bürgerbusse. Jeder Bürgerbus wird immer angepasst auf den lokalen Bedarf. Das nexus-Team berät seit 2010 lokale Gruppen und Initiativen in Rheinland-Pfalz - von der ersten Idee bis zum fahrenden Bürgerbus. Auftraggeber für das Beratungsprojekt ist das Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz.

Linktipp: Projektseite Bürgerbusse Rheinland-Pfalz (externer Link)


Dr. Birgit Böhm, Leiterin Akademie für Partizipative MethodenKontakt zum Thema:
Dr. Birgit Böhm, Leiterin Akademie für Partizipative Methoden
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. 030 31805463 

 

Dr. Holger Jansen, wissenschaftlicher Mitarbeiter nexusKontakt zum Thema:
Dr. Holger Jansen, Projektleiter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. 030 31805474

 






Meldungen von 2014

04.11.2014Zur Übergabe des Bürgergutachtens kamen noch mal rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Planungszellen zum EUREF-Campus nach Berlin-Schöneberg. Foto: Theo Sakatis/IBBA/TU Berlin
Bürgerutachten "Intelligente Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren" übergeben

Die Zukunft der Energiewende hängt nach Einschätzung von Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel davon ab, dezentrale Energieerzeugung und -speicherung zu kombinieren. Lokal erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen solle in Zukunft intelligent mit Elektromobilität in Stadtquartieren vernetzt werden. Dies betont Dienel in seinem Vorwort zum jetzt übergebenen Bürgergutachten "Intelligente Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren". Einzelheiten zur Realisierung der Pläne werden derzeit auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg untersucht.

Das Forschungsprojekt mit dem etwas sperrigen Namen "Mobility2Grid" vernetzt Energieerzeuger, Speichermedien und Verbraucher. Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen sollen mit intelligenter Steuerung und Speicherung ausgleichen werden. Die lokal erzeugte Energie wird zum Laden von Elektromobilen genutzt. Die Fahrzeuge dienen gleichzeitig als Energiespeicher innerhalb des intelligenten Stromnetzes. Das geht aber nur mit neuer Infrastruktur. Diese ist nicht nur von technischen und ökonomischen Bedingungen abhängig, sondern erfordert wegen der Kosten und Eingriffe den erklärten gesellschaftlichen Willen und politische Entscheidungen. Für die Akzeptanz sind Kosten, Praxis- und Alltagstauglichkeit entscheidend.

Mit 88 Teilnehmenden war die Planungszelle ausgesprochen gut besucht. Unser Bild zeigt nexus-Mitarbeiter Ansgar Düben (li.) bei der Moderation mit den Ideen einer Teilnehmerin (re.), die die Ergebnisse aus einer Kleingruppe präsentiert. Foto: Archiv nexusHier setzt die Bürgerbeteiligung an: Welche Anforderungen stellen künftige Nutzer an neue Infrastrukturen? "So vielfältig wie die Themen, mit denen sich Bürgerbeteiligung befasst, sind auch die Methoden, die wir einsetzen", sagt nexus-Bereichsleiterin Dr. Christine von Blanckenburg. Die Teilnehmer der Planungszellen informierten sich über verschiedene Möglichkeiten der lokalen Energieerzeugung in Stadtquartieren. Weiterer Punkt waren alternative Verkehrskonzepte für städtische Ballungsräume. Wichtiges Element einer Planungszelle ist die Diskussion in Kleingruppen, um so gemeinsam die sinnvollste und attraktivste Maßnahme herauszuarbeiten. Die große Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war aus Interesse am Thema oder aus Neugier am Beteiligungsprozess gekommen. Durch die Zufallsauswahl ist es gelungen, unterschiedliche Perspektiven an einen Tisch zu bringen.

"Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern, die sich an drei Tagen engagiert und kompetent eingebracht haben", betont nexus-Bereichsleiterin Dr. Christine von Blanckenburg. An den jeweils dreitägigen Planungszellen beteiligten sich insgesamt 88 im Zufall ausgewählte Berlinerinnen und Berliner. Die Planungszellen fanden im Juni 2014 statt. Mit der Übergabe des Bürgergutachtens ist die Planungszelle abgeschlossen. Die Ergebnisse werden im Projekt "Mobility2Grid" intensiv weiter bearbeitet.

Bürgergutachten zur Planungszelle 'Intelligente Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren'. Moderationsteam: Nicolas Bach, Dr. Angela Jain, Ansgar Düben, Daphne Reim, Frank Balzer, Tobias Kuttler, Leonard Fauck, Christoph Büsching. Redaktion: Nicolas Bach, Dr. Rahel Gersch, Jana Wittke.Bürgergutachten
Intelligente Energie- und Verkehrswende in Berliner Stadtquartieren

Moderationsteam
Nicolas Bach, Dr. Angela Jain, Ansgar Düben, Daphne Reim, Frank Balzer, Tobias Kuttler, Leonard Fauck, Christoph Büsching

Redaktion
Nicolas Bach, Dr. Rahel Gersch, Jana Wittke

Das Gutachten können Sie hier herunterladen (pdf, 4,6 MB, 144 Seiten)

Lesen sie mehr:
nexus-Projektseite Mobility2Grid
Mehr zur Methode Planungszelle und Bürgergutachten


20.10.2014
Qualität von Bürgerbeteiligung muss künftig einen noch höheren Stellenwert erhalten. Die Kompetenz des Moderators ist ein Element neben vielen anderen. Mit der Qualität von Planungszelle und Bürgergutachten setzen sich jetzt 25 Autoren im neuen Sammelband 'Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren', erschienen im oekom-Verlag, auseinander. Foto: Archiv nexus/Holger Jansen/Akademie für Partizipative MethodenAktuelle Neuerscheinung: Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren

Zu einer erfolgreichen Bürgerbeteiligung gehört nach Einschätzung von Hans-Liudger Dienel auch die Qualitätssicherung. "Beteiligung boomt, doch bei vielen Prozessen fehlt es an Professionalität", stellt Dienel im aktuell erschienenen Buch zur Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren fest. Dienel weiter: "Es gibt keine anerkannte Standards, keine dezidierte Ausbildung und mit dem Netzwerk Bürgerbeteiligung erst seit kurzem eine etablierte Fachgemeinschaft." Die Beteiligungsverfahren Planungszelle und Bürgergutachten dienen im neuen Sammelband als Beispiele, um Beteiligung zu evaluieren und Standards zu sichern. Die Planungszelle ist inzwischen seit über 40 Jahren etabliert.

Entwickelt wurde die Planungszelle von Peter C. Dienel und erstmals im November 1972 in der nordrhein-westfälischen Stadt Schwelm eingesetzt. "Das Modell wurde weltweit in originaler oder abgeleiteter Form über 1000-mal in 15 Ländern eingesetzt", erläutert Autor Antoine Vergne in seinem Beitrag unter dem Titel "Planungszelle – Diffusion einer politischen Innovation". Wichtiges Element einer Planungszelle ist die Zufallsauswahl der Teilnehmer. Zudem erhalten die Gäste eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Der jetzt veröffentlichte Sammelband gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil überlegen die Autoren, wie Qualität von Verfahren gesichert werden kann. Weiterer Punkt ist die Institutionalisierung von informellen Bürgerbeteiligungsverfahren. Der zweite Teil widmet sich den derzeit gültigen Qualitätskriterien für Planungszellen und Bürgergutachten. Im dritten Teil werden deutsche und internationale Praxisbeispiele vorgestellt. Insgesamt befassen sich 25 Autoren auf 472 Seiten mit zahlreichen Aspekten zur Qualität des Verfahrens Planungszelle und Bürgergutachten. Das Buch entstand im Nachgang zu einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Herausgeber arbeiten im Qualitätsnetz Bürgergutachten zusammen.

Hans-Liudger Dienel, Antoine Vergne, Kerstin Franzl, Raban D. Fuhrmann, Hans J. Lietzmann (Hrsg.): Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren. Evaluation und Sicherung von Standards am Beispiel von Planungszellen und Bürgergutachten. ISBN: 978-3-86581-247-6. 472 Seiten, 17 x 24 cm, 34,90 EuroHerausgeber:
Hans-Liudger Dienel, Antoine Vergne, Kerstin Franzl, Raban D. Fuhrmann, Hans J. Lietzmann

Titel:
Die Qualität von Bürgerbeteiligungsverfahren. Evaluation und Sicherung von Standards am Beispiel von Planungszellen und Bürgergutachten
ISBN: 978-3-86581-247-6
472 Seiten, 17 x 24 cm, 34,90 Euro

Lesen Sie auch:
Mehr zur Methode Planungszelle und Bürgergutachten
Bürgerbeteiligung mit Planungszellen im Projekt "Mobility2Grid" (externer LInk)

Linktipp:
Zum oekom-Verlag (externer Link) mit Inhaltsverzeichnis, Leseprobe und Bestellmöglichkeit


03.03.2014
Planungszelle und Bürgergutachten in München zum "Kunstareal"

Der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München vereinbarten 2009, die Museums-, Kunst- und Wissenschaftslandschaft rund um die Pinakotheken und den Königsplatz gemeinsam voranzutreiben. Sie wollen nach eigenen Angaben Strategien für eine bessere Vernetzung, Präsentation und Förderung entwickeln.

Unter dem Titel "Kunstareal München" arbeiten Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Kulturinstitutionen, Hochschulen und das Publikum intensiv zusammen, um das Areal in seiner Vielfalt bekannter zu machen. München soll national und international als einmaliger Kultur- und Wissensstandort wahrgenommen werden.

Das Projekt wurde bereits in Workshops, Ausstellungen und Befragungen mit der Öffentlichkeit diskutiert. Prozessbegleitend hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München in den Jahren 2010 und 2012 Stadtrat-Hearings durchgeführt. Im Oktober 2012 wurde es vom Stadtrat beauftragt, ein Bürgergutachten zu starten, um den Planungsprozess mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und im Dialog gemeinsam zu gestalten.

Das Bürgergutachten zum Kunstareal enthält Empfehlungen von etwa hundert Münchnerinnen und Münchnern. Aufgeteilt in vier so genannte Planungszellen trafen sich die Teilnehmer im September 2013 jeweils vier ganze Tage lang, um über verschiedene Themen zu diskutieren. Moderiert und begleitet wurde der Prozess von der Gesellschaft für Bürgergutachten, einer neutralen Organisation. Am 25. Februar 2014 ist das Bürgergutachten an Oberbürgermeister Christian Ude und Stadtbaurätin Elisabeth Merk übergeben worden.

Lesen Sie mehr:
Stadt München zum Kunstareal (externer Link)
Das Bürgergutachten können Sie hier herunterladen (pdf, 10 MB)


20.01.2014 Freude beim Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Aus den Händen von nexus-Bereichsleiterin Dr. Christine von Blanckenburg übernimmt er das Bürgergutachten. In dem Bürgergutachten sind die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung aufbereitet. Das nexus-Team hatte mehrere Bürgerforen moderiert und dabei das Beteiligungsverfahren Planungszelle als Methode genutzt. Foto: Holger Jansen/nexusÜbergabe des Bürgergutachtens an Oberbürgermeister Klaus Mohrs

"Wir wollen Bürgerinnen und Bürger stärker beteiligen", betont der Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs. In seiner Rede im Wolfsburger Congresspark lobte das Stadtoberhaupt die bisherige Arbeit der Bürgerinnen und Bürger und betonte: "Wir wollten den Rahmen nicht vorgeben, sondern diesen gemeinsam mit Ihnen erarbeiten." Aus den Händen von nexus-Bereichsleiterin Christine von Blanckenburg nahm Klaus Mohrs anschließend das Bürgergutachten entgegen. Auf rund 100 Seiten sind Eckpunkte für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung beschrieben.

Das Bürgergutachten ist jetzt eine Grundlage für die weitere Bürgerbeteiligung in der Stadt Wolfsburg. Nach der Übergabe konnten sich die rund 200 Gäste im Wolfsburger Congresspark noch einmal umfassend über Prozess und Eckpunkte der Bürgerbeteiligung in Wolfsburg informieren. Auch direkte Beteiligung war möglich: Bürger konnten ihre Meinung auf Moderationskarten vermerken oder einen mündlichen Kommentar auf einem Aufnahmegerät hinterlassen. Die Veranstaltung war bewusst offen konzipiert. Sie richtete sich an alle Altersklassen – Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Mit neun Mitarbeitern war nexus am 18.1.2014 im Wolfsburger Congresspark vertreten. Dabei waren (v.l.n.r.): Ansgar Düben, Daphne Reim, Frank Balzer, Christoph Henseler, Leonard Fauck, Dr. Christine von Blanckenburg, Dr. Holger Jansen, Kerstin Franzl und Nicolas Bach.Das Team von nexus moderierte Ende Oktober 2013 in Wolfsburg vier Bürgerforen mit rund 100 Teilnehmern. Die Gäste wurden zuvor per Zufall aus dem Melderegister ausgewählt. Die Foren waren regional über das Stadtgebiet verteilt. Mit Kinder- und Jugendforen wurde eine jüngere Zielgruppe aktiv angesprochen und eingebunden. Die Ergebnisse der Bürgerforen sowie der Kinder- und Jugendforen sind im Bürgergutachten aufbereitet worden.

Der "Wolfsburger Dialog mitWIRKUNG" besteht insgesamt aus mehreren Beteiligungsformaten: Bürger-, Jugend- und Kinderforen, einem Arbeitskreis aus Akteuren der Stadtgesellschaft, einem Verwaltungsforum, der Online-Beteiligung und dem Bürgermeeting. Die Inhalte werden zusammengefasst zu einem "Konzept Bürgerbeteiligung Wolfsburg". Damit wird in Zukunft die gesetzlich nicht geregelte Beteiligung verbindlich organisiert. Dieses Konzept soll noch vor der Sommerpause vom Rat der Stadt Wolfsburg beschlossen werden.

Linktipps:
Bürgergutachten zum "Konzept Bürgerbeteiligung Wolfsburg" (2,6 MB, pdf)
Projektseite der Stadt Wolfsburg (externer Link)
nexus-Projektseite Konzept zur Bürgerbeteiligung in Wolfsburg

 




Meldungen von 2013

13.12.2013Dr. Angela Jain von nexus stellte der Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung das Projekt Developing a municipal FlashPoll Tool vor. Mit der App soll die Beteiligung der Bürger in Zukunft noch schneller möglich sein. Die Beteiligungsexperten gaben ihre ersten Einschätzungen zur Beteiligungs-App ab.
Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung zu Gast im nexus Institut 

Dr. Angela Jain von nexus stellte der Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung das Projekt "Developing a municipal FlashPoll Tool" vor. Mit der App soll die Beteiligung der Bürger in Zukunft noch schneller möglich sein. Die Beteiligungsexperten gaben ihre ersten Einschätzungen zur "Beteiligungs-App" ab. Weitere Punkte auf der Tagesordnung der Gruppe war die Entwicklung einer "Demokratiepolitischen Agenda" und die Stärkung der Bürgerbeteiligung in Gemeindeordnungen. nexus-Geschäftsführer Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel ist seit Gründung des Netzwerks aktiv.

Weitere Infomationen:
Netzwerk Bürgebeteiligung (externer Link)


05.11.2013Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6. 
Buch zur Bürgerausstellung erschienen

Was verbindet die südindische Millionenstadt Hyderabad mit der Zukunft von Jugendlichen in Brandenburg? Auf den ersten Blick nicht viel. Und doch gibt es eine Verbindung: Mitarbeiter von nexus haben in beiden Regionen eine Bürgerausstellung erarbeitet. Im jetzt erschienenen Sammelband "Die Bürgerausstellung" werden Grundlagen für eine Bürgerausstellung vorgestellt und einige Beispiele ausführlich präsentiert. Mit dabei die Ausstellungen "Ready to Move…?!" aus Hyderabad und "Brandenburg – Das bist Du uns wert!".

Ausgangspunkt einer Bürgerausstellung sind gesellschaftlich relevante Themen, für die sich Wissenschaft, Politik, einzelne Akteure, Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürger interessieren. Relevant sind dabei vor allem Themen aus der unmittelbaren Lebenswelt von Menschen. In Brandenburg verändern sich ländlichen Regionen durch die Abwanderung junger Menschen. In Berlin war der Wandel in einem städtischen Wohnviertel durch erhöhtes Touristenaufkommen Thema einer Bürgerausstellung. In Hyderabad geht es um die Mobilität vor dem Hintergrund des schnellen Wachstums bei der Einwohnerzahl.

Die Bürgerausstellung Ready to Move...?! fand im südindischen Hyderabad statt."Die Qualitätssicherung des Beteiligungsprozesses wird in Zukunft eine entscheidende Rolle für die weitere Etablierung deliberativer Verfahren spielen", betont Hans-Liudger Dienel in seinem Beitrag. Explorative Verfahren stünden unter besonderem Nachweisdruck. Wichtig, so Dienel, seien Transparenz des Verfahrens, Autonomie der Bürger in ihrem Meinungsbildungsprozess, Ergebnisorientierung sowie Ergebnisvermittlung und -rezeption durch Entscheidungsträger. Die weitere Verbreitung der Bürgerausstellung benötige mehr Evaluationen und Diskussionen über Mindeststandards – von der Anregung beziehungsweise Beauftragung einer Bürgerausstellung bis zur Nachnutzung der Ergebnisse.

Das Verfahren der Bürgerausstellung hat sich aus der qualitativen Sozialforschung heraus entwickelt. Es kombiniert Methoden der qualitativen Sozialforschung und der Aktionsforschung mit aktivierenden Methoden, angereichert durch Ausstellungstechniken. Das Verfahren wurde inzwischen etwa 30 Mal angewendet. Bei nexus ist diese Methode vielfältig erprobt und in zahlreichen Kontexten erfolgreich genutzt worden.

 

 

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Aus dem Klappentext: Die Bürgerausstellung wurde in den 1990er-Jahren in der qualitativen Sozialforschung entwickelt. Sie hat sich inzwischen als eigenständige Beteiligungsmethode etabliert. Dieser Sammelband bietet erstmalig eine umfassende Präsentation dieser vielfältig einsetzbaren Methode. Er stellt ihren theoretischen und methodischen Hintergrund vor und demonstriert anhand unterschiedlichster, auch internationaler Praxisbeispiele deren Einsatz- und Variationsmöglichkeiten. Reflektiert und authentisch laden die Autorinnen und Autoren mit Text und Bild dazu ein, der Entstehung und Wirkung verschiedener Bürgerausstellungen zu folgen. Sie gewähren Einblick in die Stärken, aber auch Grenzen der Methode. Zugleich ist der Band ein Leitfaden, der die notwendigen Schritte zur Vorbereitung, Durchführung und Präsentation erläutert.

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Lesen Sie mehr:
Bürgerausstellungen der Akademie für Partizipative Methoden
Zum oekom-Verlag mit Leseprobe (externer Link)

 


04.10.2013
Dienel bei Politikfestival in Paretz

Unter dem Motto "Lückenschluss im Kontext demokratischer Institutionen" und dem Methodeneinsatz der Liquid Democracy diskutierte Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel im brandenburgischen Paretz. Dort fand am 3. und 4. Oktober 2013 zum Tag der Deutschen Einheit das erste deutsche Politikfestival statt. Nach Angaben der Veranstalter gab es dort 77 Werkstätten, Gesprächsrunden und kulturelle Einlagen. Regierungssprecher Steffen Seibert berichtete über Herausforderungen in seinem Job, frisch gewählte Bundestagsmitglieder erzählen vom "Höllenritt Wahlkampf", die Vorsitzenden der parteinahen Jugendorganisationen stellen Ihre Zukunftsvisionen für Deutschland vor. Die Veranstalter sehen eine "Beteiligungslücke" zwischen politischen Entscheidungsträgern und Bürgern. Sie wollen Brücken bauen und diskutieren die besten Verfahren und Methoden. Schirmherr des Politikfestivals war Bundespräsident Joachim Gauck.

 


17.06.2013 Mit Volldampf voraus - so einfach, wie es hier bei der Harzer Schmalspurbahn (HSB) aussieht, ist die Entscheidung, was mit dem Ochsenteichgelände in Wernigerode passieren soll, nicht. Auch eine 'Gläserne Werkstatt' des Schienenunternehmens war schon im Gespräch. nexus hat im März 2013 Planungszellen moderiert, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Foto: Martina Berg/fotoliaBürgergutachten im Rathaus Wernigerode übergeben

"Vor zwei Jahren war das noch ein Traum – wir sind stolz auf das Gutachten, das unter sehr verbindlicher Beteiligung von Bürgern Wernigerodes zustande kam. Für uns ist dies ein Start in eine neue Zeit", sagt Wolfgang Dannheim, Sprecher des Bürger-Bündnisses Wernigerode für Weltoffenheit und Demokratie. Neben dem Stadtrat Wernigerode, vertreten durch Karl-Heinz Mänz (CDU), nahmen Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und Wolfgang Dannheim das Bürgergutachten als Ergebnis der Planungszelle entgegen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Wernigeröder Ochsenteichgelände in Zukunft genutzt werden soll. "Mir ist sehr daran gelegen, dass sich viele Bürger für die Belange unserer Bunten Stadt am Harz engagieren. Die erarbeiteten Ideen und Ratschläge werden gemeinsam mit den Gremien des Stadtrates ausgewertet und in die weitere Planung einbezogen", fasst Wernigerodes Oberbürgermeister Gaffert zusammen. Die Arbeit entstand unter wissenschaftlicher Begleitung eines Forscherteams der Hochschule Harz und des nexus Instituts unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum, Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz.

Mit der Übergabe des Bürgergutachtens wird in Wernigerode in punkto Bürgerbeteiligung Neuland beschritten: Auf Initiative des Bürger-Bündnisses Wernigerode erhielten erstmals Bürger die Chance, ihre Vorstellungen zur Stadtgestaltung mit Hilfe von zwei Planungszellen zu formulieren. Zugleich kommt dieses Verfahren damit zum ersten Mal in ganz Sachsen-Anhalt zum Einsatz. Als Bürgergutachter erarbeiteten 24 über die Einwohnermeldestatistik per Zufall ausgewählte Einwohner Wernigerodes in einem dreitägigen Prozess Empfehlungen für die künftige Nutzung des Ochsenteichgeländes in Wernigerode.

Noch ist unklar, wie es mit dem Ochsenteichgelände in Wernigerode weiter gehen sollte. Aber mit den jetzt vorgelegten Ergebnissen der Planungszellen vom März 2013 wird die Diskussion neue Impulse erhalten. Sonne und Schnee sorgten am 14. März 2013 für einen harmonischen Eindruck. Foto: Dennis Naujoks/Stadt WernigerodeDas Areal, auf dem früher ein Sägewerk betrieben wurde, ist die letzte verbliebene Freifläche am Rand der Innenstadt und sorgt aufgrund der ungeklärten Nutzung seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich für Diskussionen in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Verschiedene Pläne scheiterten in der Vergangenheit, jüngst hatten Vorhaben von gleich zwei potentiellen Investoren das Thema neu entfacht. Prof. Dr. Birgit Apfelbaum: "Das Ergebnis belegt eindrucksvoll, dass Bürger engagiert und kreativ zu Werke gehen und scheinbar unvereinbare Interessen sachorientiert in ein Gesamtkonzept überführen. Möglicherweise können wir allen Beteiligten auch Lust auf mehr lebendige Demokratie dieser neuen Art machen."

Nach einer Vor-Ort-Begehung, Expertenvorträgen und Gesprächen mit Vertretern aller Seiten konnten sich die 24 Bürgergutachter eine eigene unabhängige Meinung bilden. Sie berieten stellvertretend für alle Bürger der Stadt, was aus dem Ochsenteichgelände werden soll. In zwei Planungszellen und jeweils elf verschiedenen Arbeitseinheiten, in denen die Besetzung nach dem Zufallsprinzip regelmäßig wechselte, gingen die Bürgergutachter der Frage auf den Grund, was die beste Nutzungsvariante für das Wernigeröder Ochsenteichgelände sei. In Kleingruppen haben die Bürgergutachter Antworten auf die offenen Fragen gefunden, die anschließend in moderierten Runden zusammengetragen wurden. Laut derzeitiger Rechtslage hat das Bürgergutachten lediglich empfehlenden Charakter für politische Entscheidungen. "Noch brauchen wir Kommunen, die innovativ vorangehen für die Weiterentwicklung unserer Demokratie. Wernigerode ist vorangegangen", betont der wissenschaftliche Geschäftsführer des nexus Instituts und der Akademie für Partizipative Methoden, Dr. Hans-Liudger Dienel.

Das Bürgergutachten können Sie hier herunterladen (pdf, 4,4 MB).


23.05.2013 Eine Delegation aus China besuchte das Institut nexus und wurde von Geschäftsführer Dr. Hans-Liudger Dienel persönlich über die wichtigsten Methoden zur Bürgerausstellung informiert.
Chinesische Delegation mit Interesse an Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung ist das Kerngeschäft der Akademie für Partizipative Methoden. Die verschiedenen Methoden präsentierte Geschäftsführer Dr. Hans-Liudger Dienel jetzt einer Delegation aus China. Die Gäste kamen von der Chinese Academy of Social Sciences aus Peking. Die einzelnen Methoden stießen auf reges Interesse. Die Akademie für Partizipative Methoden bietet Planungszellen, Zukunftswerkstätten, Bürgerausstellungen und zahlreiche weitere Methoden an. Sie werden jeweils speziell auf den jeweiligen Kundenwunsch adaptiert.

 


23.01.2013 Die Bürgerausstellung unter dem Motto 'Right of Way - Right of Stay' wurde am 24. Januar 2013 in Hyderabad (Südindien) eröffnet.
Bürgerausstellung befragt Menschen in Begum Bazaar

Hyderabad ist eine schnell wachsende Megacity. Vor allem in älteren Stadtteilen wird öffentlicher Raum immer knapper. Der motorisierte Verkehr beansprucht viel Fläche, die Fußgängern oder Straßenverkäufern fehlt. Der zunehmende Verkehr ist für viele Bürger ein Problem. Die Bürgerausstellung befragt Menschen in einem Marktgebiet, dem Begum Bazaar. Wie organisieren Unternehmen und Menschen den Personen- und Güterverkehr? Wie leben die Menschen mit den Vor- und Nachteilen? Was kann oder muss besser werden? Eröffnet wird die Bürgerausstellung am 24. Januar 2013 in Hyderabad. Vor Ort zur Eröffnung vertritt Tobias Kuttler aus dem nexus Institut das Projektteam.

Begum Bazaar steht für lebendiges Markttreiben im Herzen von Hyderabad. Neben dem Markt gibt es auch viele Einzelhändler. Erfahren Sie mehr über die Menschen in der Bürgerausstellung, die in Verantwortung von Tobias Kuttler unter Mitarbeit von Dr. Angela Jain und Dr. Bhaskar Poldas entstanden ist.

Weitere Infomationen:

Bürgerausstellung Hyderabad in Englischer Sprache (6 MB) 
Broschüre zur Bürgerausstellung in Hyderabad in Englischer Sprache (600 KB)

 







Meldungen von 2012

17.07.2012Mit einer Bürgerausstellung zum Thema 'Nachbarschaft und Prostitution' präsentiert das Team um die Berliner Wissenschaftlerin Christiane Howe verschiedene Meinungen zur Prostitution. Wie steht es mit der persönlichen Akzeptanz? Wie könnten für alle Beteiligten akzeptable Formen der Prostitution in den Bezirken aussehen? Termin ist der 23. August 2012 ab 18 Uhr.
Einladung zur Eröffnung der Bürgerausstellung "Nachbarschaft und Prostitution"

Mit einer Bürgerausstellung zum Thema "Nachbarschaft und Prostitution" präsentiert das Team um die Berliner Wissenschaftlerin Christiane Howe verschiedene Meinungen zur Prostitution. Wie steht es mit der persönlichen Akzeptanz? Wie könnten für alle Beteiligten akzeptable Formen der Prostitution in den Bezirken aussehen?

Am 23. August 2012 wird die Bürgerausstellung "Strich, Sex-Box, Puff – oder wie hätten Sie es denn gerne? Das ist hier die Frage!" im Huzur Nachbarschaftstreffpunkt, Bülowstraße 94/Ecke Frobenstraße in Berlin-Schöneberg eröffnet. Beginn ist um 18 Uhr, die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema beginnt um 18:30 Uhr.

Die Bürgerausstellung lässt Menschen aus dem Frobenkiez zu Wort kommen. Der Stadtteil reicht von der Kurfürstenstraße zur Winterfeldtstraße und grenzt an der westlichen Seite an die Potsdamer Straße. Seit 1999 besteht ein Quartiersmanagement in fünf Kiezen im Schöneberger Norden. Die Ausstellung wird als Wanderausstellung an verschiedenen Orten in den Bezirken Schöneberg und Tiergarten gezeigt.

Lesen Sie auch:
Mehr zur Methode Bürgerausstellung

Aktualisierung vom 06.09.2012: Die Bürgerausstellung können Sie hier herunterladen.

Aktualisierung vom 25.02.2013: Die Dokumentation der Bürgerausstellung können Sie hier herunterladen (pdf, 4 MB). Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Berlin.

29.05.2012Mit einer Bürgerausstellung in Sarow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat Anja Neubauer (28) die Mobilität der Bevölkerung untersucht. Neben den Bürgern aus der Gemeinde Sarow befragte Anja Neubauer Experten, unter anderem Prof. Peter Dehne von der Hochschule Neubrandenburg.
Bürgerausstellung über Mobilität in Sarow

Am Anfang stand die Idee. "In meinem Hauptstudium wollte ich eine Schwerpunktarbeit zur Mobilität älterer Menschen im ländlichen Raum erstellen", berichtet Anja Neubauer. Die 28-Jährige studiert an der Technischen Universität Berlin Stadt- und Regionalplanung. Die erste Idee entwickelte sich zu einer umfangreichen Bürgerausstellung, bei der die Bevölkerung der ländlichen Gemeinde Sarow im Mittelpunkt steht. Zur Methode beriet Dr. Birgit Böhm vom nexus-Institut die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Studentin.

Mit einer Bürgerausstellung in Sarow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat Anja Neubauer (28) die Mobilität der Bevölkerung untersucht. Neben den Bürgern aus der Gemeinde Sarow befragte Anja Neubauer Experten, unter anderem Prof. Peter Dehne von der Hochschule Neubrandenburg. Foto: Nordkurier/Georg WagnerRund 770 Einwohner zählt die aus vier Ortsteilen bestehende Gemeinde Sarow. Im Ort Sarow selbst leben etwa 280 Menschen. 35 Kilometer nordwestlich von Neubrandenburg gelegen ist die Region seit jeher von der Landwirtschaft geprägt. "Viele Interviewpartner haben früher in der LPG gearbeitet", berichtet Anja Neubauer von ihren Gesprächen mit den Menschen vor Ort.

Im November 2011 konnte sie für drei Wochen die Plakate in den Schaufenstern des Sarower Landmarktes ausstellen. Zum Abschluss diskutierte sie mit dem Bürgermeister und etwa 20 Gästen aus dem Ort über die Mobilität der Zukunft. Neben den Bürgern aus der Gemeinde Sarow befragte Anja Neubauer Experten, unter anderem Prof. Peter Dehne von der Hochschule Neubrandenburg.

Hilfreich war für sie die Unterstützung aus dem nexus-Institut. "Die Beratung von Birgit Böhm gab mir neuen Schwung und hat sehr geholfen", sagt Anja Neubauer. Nützlich für das Studium ist das Material auch: Aus den vielen verschiedenen Perspektiven wird die Studentin ihre Diplomarbeit entwickeln.

Die Bürgerausstellung "Es bewegt sich was im ländlichen Raum" können Sie hier als pdf herunterladen (15 MB).

 


03.02.2012Evangelische Akademie Loccum - Vortrag von Dr. Birgit Böhm vom nexus Institut über Vertrauen
Vortrag über Vertrauen als Grundlage für erfolgreiche soziale Interaktion

Vertrauen ist nach Einschätzung von Dr. Birgit Böhm ein komplexes Phänomen und lässt sich nicht einfach gezielt beeinflussen. "Dass Teilnehmer im Verfahren Planungszelle als Bürgergutachter bezeichnet werden, würdigt ihre Rolle und ihr Engagement", betont Böhm. Es schaffe zugleich ein gemeinsames Symbol und erleichtere den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich gegenseitig zu vertrauen. Alle Beteiligten sollen nicht nur den Moderatoren, sondern sich auch untereinander vertrauen. In partizipativen Verfahren sei dies eine Grundvoraussetzung, damit soziale Interaktion funktioniert.

Dr. Birgit Böhm, stv. Geschäftsführerin nexusVertrauen reduziert zugleich Komplexität. "Wir können handeln, ohne dass wir alle handlungsrelevanten Faktoren überschauen können. Wir steigen in ein Flugzeug, ohne genau zu verstehen, wie es funktioniert und ohne den Piloten persönlich zu kennen", erläutert Dr. Birgit Böhm in ihrem Vortrag und zitiert in diesem Zusammenhang Niklas Luhmann. So vertrauen Passagiere dem technischen System Flugzeug, weil sie die dahinter stehenden Institutionen und die in ihnen tätigen Personen für vertrauenswürdig halten.

Der Vortrag von Dr. Birgit Böhm stand unter dem Motto "Vertrauen durch Verfahren – wissenschaftliche Zugänge und Empfehlungen". Der Vortrag war Teil der Tagung "Vertrauen durch Verfahren? Wie können vertrauensbildende Prozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gestaltet werden?" in der Evangelischen Akademie Loccum am 28. Januar 2012. Mitveranstalter war Procedere, ein Zusammenschluss, der sich als Entwicklungs- und Vermittlungsverbund für prozedurale Praxis in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft versteht.

Den Vortrag können Sie hier als pdf herunterladen (558 KB).

Linktipp: www.procedere.org


 




Meldungen von 2011

08.12.2011Gesundheitsförderung verbessert mittel- und langfristig die Lebensqualität der Menschen. Sie muss als gesamtpolitische Querschnittsaufgabe verstanden werden. Dazu gehören Vernetzung, Kooperation und Partizipation 
Präsentation zur Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung verbessert mittel- und langfristig die Lebensqualität der Menschen. "Sie muss als gesamtpolitische Querschnittsaufgabe verstanden werden. Dazu gehören Vernetzung, Kooperation und Partizipation", betonte Dr. Birgit Böhm vom nexus Institut in ihrem Vortrag auf dem Fachtag "Kommunalen Herausforderungen strategisch begegnen". Bereiche wie Bildung, Wohnen, Arbeit, Familie, Freizeit und soziale Teilhabe müssen bei der Gesundheitsförderung integriert werden.

Dr. Birgit Böhm, stv. Geschäftsführerin nexusGesundheit ist gleichermaßen individuelle Angelegenheit und kommunale Aufgabe. Daher haben Städte und Gemeinden eine besondere Verantwortung für das gesunde Leben ihrer Bewohner. Zielgruppe der Tagung waren Landräte, Bürgermeister, Sozialdezernenten, Vertreter der kommunalen Leitungs- und Fachebene, politische Vertreter, Träger der freien Wohlfahrtspflege, Fachkräfte aus dem Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich, kommunale Netzwerker und Akteure des Thüringer Gesundheitszieleprozesses.

Sie fand am 24. November 2011 in Weimar statt. Eingeladen nach Weimar hatte die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. Die Vereinigung besteht als gemeinnütziger Verein seit 1990. Ziel der Organisation ist es, die Gesundheit in Thüringen zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Die Arbeit wird vom Freistaat Thüringen gefördert.

Den Vortrag können Sie hier als pdf (511 KB) herunterladen.


 

Mit Christine von Blanckenburg (3. v. r.), wissenschaftliche Mitarbeierin des nexus Instituts, freuen sich die 21 Teilnehmer der Zukunftswerkstatt in Lübeck über die Ergebnisse16.11.2011
Zukunftswerkstatt "Mobil in Lübeck 2030"

Klimaschutz soll bei der Mobilität in Zukunft großgeschrieben werden. Das ist ein Ergebnis der Zukunftswerkstatt in Lübeck mit 21 Mitgliedern der Carsharing-Genossenschaft "StattAuto e.G." Einen Tag lang diskutierten die Teilnehmer gemeinsam, wie es um die Mobilität in der Stadt steht. Die Gäste beschäftigten sich eingehend mit der Rolle, die die Genossenschaft einnehmen könnte, wenn erste Schritte für ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept umgesetzt werden sollen.

"StattAuto" wurde 1992 in Lübeck gegründet. Heute ist die Genossenschaft mit 13 Stationen in der Hansestadt, acht in Kiel und einer in Preetz vertreten. "StattAuto" ist Praxispartner im Projekt "Solidarische Stadt". Die Veranstaltung war Teil der Analyse, mit der genossenschaftliche Handlungsmöglichkeiten in Zeiten des Klimawandels erforscht werden sollen. Das Projektteam analysiert unter anderem die besondere Bedeutung genossenschaftlicher Ansätze für klimarelevantes Verhalten.

Linktipps:
Genossenschaft "StattAuto" Lübeck
nexus-Projektseite


 

Fünftes Treffen des Qualitätsnetzes Bürgergutachten in Elstal14.11.2011
Fünftes Treffen des "Qualitätsnetzes Bürgergutachten" in Elstal

Das Peter-Dienel-Archiv ist nunmehr vollständig in Elstal eingerichtet. Anlass für die Mitglieder des "Qualitätsnetzes Bürgergutachten", intensiv über Bürgerbeteiligung und Planungszellen zu diskutieren. Dabei ging es um nationale und internationale Ansätze. Die von Peter Dienel entwickelte Methode stößt im internationalen Kontext auf reges Interesse. Teilnehmer des Netzwerkes berichteten über ihre Erfahrungen in Frankreich, China und Japan. Die Methode müsse jeweils an den nationalen Kontext angepasst werden, was aber möglich ist. Die Internetseite unter www.planungszelle.de wurde von einem Mitglied des Netzwerks überarbeitet und neu gestaltet. Die Mitglieder des Netzwerkes wollen die Planungszelle als klassische "Face-to-Face"-Methode mit den Möglichkeiten des Internets verknüpfen.

"Qualitätsnetz Bürgergutachten" ist der neue Name für die vormaligen "Planungszellen-Protagonisten". Dabei handelt es sich um einen Verbund verschiedener Institutionen und Einzelpersonen, die sich intensiv mit partizipativen Verfahren beschäftigen. Sie moderieren Planungszellen und verfassen das anschließende Bürgergutachten. Ende Oktober 2011 trafen sich die Experten aus Wissenschaft und Forschung in Elstal bei Berlin. Dort wurde seit 2009 das Peter-Dienel-Archiv aufgebaut.

Linktipp:
www.planungszelle.de


 

Mit einem neuen Netzwerk Bürgerbeteiligung soll die Partizipation der Bevölkerung bei gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen verbessert werden/Foto: Akademie Partizipative Methoden/Archiv02.11.2011
Neues Netzwerk zur Bürgerbeteiligung

Mit einem neuen "Netzwerk Bürgerbeteiligung" soll die Partizipation der Bevölkerung bei gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen verbessert werden. Nach Angaben der Stiftung Mitarbeit ist es Ziel des Netzwerkes, Bürgerbeteiligung dauerhaft mehr Gewicht zu verleihen. Das demokratische Gemeinwesen brauche Beteiligung, um Akzeptanz und Rückhalt zu gewinnen und zur gelebten Demokratie zu werden.

Das Netzwerk wurde offiziell am 25. September 2011 gegründet. Die Teilnehmer der Tagung "Bürgerbeteiligung stärken – Veränderung gestalten" diskutierten mit Mitgliedern der Aufbaugruppe im Rahmen eines World Cafés, wie das Netzwerk ausgestaltet werden soll. Weiter sprachen die Experten über aktuelle Schwerpunkte und stellten erste Weichen für die zukünftige Arbeit.

Die Aufbaugruppe besteht aus 15 Personen. Sie setzt sich aus Akteuren zusammen, die Bürgerbeteiligung fördern wollen. Die Akademie für Partizipative Methoden und das nexus Institut unterstützen Aufbaugruppe und das Netzwerk. Dr. Hans-Liudger Dienel ist Mitglied der Gruppe. Bürgerbeteiligung ist eine Kernkompetenz von nexus und der Akademie für Partizipative Methoden. Während der Initiierungsphase von etwa einem Jahr wird die Aufbaugruppe Grundlagen für die dauerhafte Organisation und Steuerung des Netzwerks erarbeiten. Bis es soweit ist betreut die Stiftung Mitarbeit die Arbeit des Netzwerkes.

Linktipps:
Netzwerk Bürgerbeteiligung
Mitglieder der Aufbaugruppe
Stiftung Mitarbeit


 

12.04.2011
Kooperation und Moderation in der Netzwerkarbeit für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)

Komplexe Problemlagen bestimmter Zielgruppen erfordern die Vernetzung unterschiedlicher professioneller und ehrenamtlicher Akteure. Die praxisorientierte Fortbildung "Kooperation und Moderation in der Netzwerkarbeit" wurde am 11. und 12.04.2011 für Personen angeboten, die ein Netzwerk aufbauen und in einem Netzwerk kooperieren und moderieren. Dr. Birgit Böhm führte die Fortbildung als Teil der Fortbildungsreihe im Rahmen des Paktes für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg durch, die als Kooperationsveranstaltung der BSG und der HAG mit den Projekten Regionaler Knoten und Zentrum für Bewegungsförderung Nord angeboten wird.
Informationen zur Fortbildungsreihe: www.hag-gesundheit.de


 

17.03.2011
Kooperation und Moderation in der Netzwerkarbeit für Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Die zweitägige Fortbildung "Kooperation und Moderation in der Netzwerkarbeit", die praxisorientiert Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Anforderungen bei der Vernetzung verschiedener Akteure vorbereitet, wurde am 16. und 17.03.2011 von Dr. Birgit Böhm für das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit durchgeführt.


Dr. Birgit Böhm bei der Psychotherapeutenkammer in Berlin/Aufnhame ApM/Benjamin Albrecht31.01.2011
Zukunftswerkstatt für Psychotherapeutenkammer Berlin

"Was können und sollen künftige Ziele sowie Aufgaben der Psychotherapeutenkammer sein?" Ausgehend von dieser Leitfrage entwarfen rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vorschläge für die Zukunft der Kammer. "Die Zukunftswerkstatt lässt als partizipative Methode viel Raum für Kritik, Kreativität und konkrete Projekte. Damit ist sie eine ideale Kombination, um gemeinsam Zukunft zu gestalten", betont Dr. Birgit Böhm, stellvertretende Geschäftsführerin von nexus. Sie moderierte mit ihrem Team die Zukunftswerkstatt, die Ende Januar im Tagungshaus "Blumenfisch am Wannsee" stattfand. Aufgabe war es, in der Kritikphase Probleme zu beleuchten, in der Phantasiephase Utopien zu entwerfen und in der Realisierungsphase konkrete Ziele und Projekte zu formulieren. Die Ergebnisse nutzt die Kammer für ihre künftige Arbeit. 


 




Meldungen von 2010

02.11.2010

Viertes Treffen der Planungszellenprotagonisten in Wuppertal

Die Qualität eines Verfahrens zur Bürgerbeteiligung muss in Zukunft noch besser gewährleistet werden. Zu dieser Einschätzung kamen die 25 Teilnehmer beim vierten Treffen der Planungszellenprotagonisten in Wuppertal. Nach Einschätzung der Experten aus Wissenschaft und Praxis besteht der Bedarf vor allem deshalb, da derzeit sehr viele und unterschiedlich ausgestaltete Verfahren zur Bürgerbeteiligung genutzt werden. Hintergrund der Diskussion waren die Proteste gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Damit der Begriff „Bürgerbeteiligungsverfahren“ nicht missbräuchlich genutzt wird sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, grundlegende Qualitätskriterien für Bürgerbeteiligungsverfahren zu definieren. So kann das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in solche Verfahren gesteigert werden.

Die Planungszellenprotagonisten sind ein Verbund verschiedener Institutionen, die sich intensiv mit partizipativen Verfahren beschäftigen. Sie organisieren und moderieren Planungszellen und verfassen das anschließende Bürgergutachten. Ende Oktober 2010 trafen sich die Experten aus Wissenschaft in der Forschungsstelle Bürgerbeteiligung der Bergischen Universität Wuppertal.


11.10.2010

Fortbildung zu Kooperation und Moderation in Netzwerkarbeit

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen möchte die Kooperation kommunaler Akteure unterstützen. Die Vereinigung ist Mitgestalter des Gesundheitszielprozesses für die Thüringer Gesundheitsämter. Unter dem Titel „Kooperation und Moderation in der Netzwerkarbeit“ leitete Dr. Birgit Böhm vom nexus Institut jetzt eine zweitägige Fortbildung in Jena.

Zielgruppe des Seminars waren Amtsärzte, Gesundheitsförderer und alle, die ein Netzwerk aufbauen oder moderieren wollen. In der Veranstaltung erläuterte die stellvertretende nexus Geschäftsführerin Faktoren für eine erfolgreiche Vernetzung und wies auf mögliche Fallstricke hin. Am zweiten Tag konnten die 15 Teilnehmer das Wissen vertiefen und in praktischen Übungen anwenden.

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. – AGETHUR - besteht als gemeinnütziger Verein seit 1990. Ziel der Organisation ist es, die Gesundheit in Thüringen zu fördern und den Erfahrungsaustausch von Mitgliedern und Kooperationspartnern zu unterstützen. Die AGETHUR wird vom Freistaat Thüringen gefördert.

Linktipp: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen - AGETHUR


 

17.06.2010

Bürgerausstellung: Platz der Stadt Hof

Bürgerausstellung Hofer PlatzEin Platz spiegelt die Alltagskultur der Bürger wider. Die Ausstellung besteht aus Plakaten mit Interviews der Bürger und zur Geschichte des Platzes mit Fotos. Sie zeigt das vielfältige, multikulturelle Leben auf dem Platz. Der Besucher kann Neukölln erleben. Es hat Potenzial und ist im Wandel. Die Austtellung erstellten Studierende der Historischen Urbanistik an der TU Berlin. Sie studieren Architektur, Kulturwissenschaft, Theater und Philosophie und Politikwissenschaft im Masterstudiengang Historische Urbanistik an der Technischen Universität Berlin.


Ausstellungsort: RIXPACK Hostel Neukölln
Zeit: Freitag, 25.06.2010, 19:00 Uhr bis Sonntag, 27.06.2010, 15:00 Uhr. 
Die Ausstellung können Sie hier in drei Teilen jeweils als pdf herunterladen.
Teil 1 (1,9 MB) , Teil 2 (2,3 MB) , Teil 3 (3,4 MB)
Linktipp: 48 Stunden Neukölln


 

07.06.2010

Bürgerausstellung "Voller Energie – Magdeburger im Interview"

Bürgerausstellung Voller Energie Magdeburg"Es sind alle dafür, Energie zu senken. Aber etwas dafür zu tun, das ist eine andere Geschichte", kommentiert eine Magdeburgerin den Energieverbrauch in Deutschland. Sie ist eine von 16 Befragten der Bürgerausstellung "Voll Energie – Magdeburger im Interview". Die Ausstellung wurde von "Wissenschaft im Dialog" mit Unterstützung von nexus erarbeitet und will zur Diskussion über zukünftige Energienutzung und -versorgung anregen. Gezeigt wird die Bürgerausstellung im Rahmen des Wissenschaftssommers vom 5.-11. Juni 2010 auf dem Alten Markt in Magdeburg.

Informationen zum Wissenschaftssommer finden Sie hier
Die Bürgerausstellung können Sie hier herunterladen (3,5 MB, pdf) 
Das Video vom Eröffnungswochenende finden Sie hier.


 

20.01.2010

„Wir sind noch mitten im Planungsgeschehen“

Bürgerausstellung zur Zukunft des Olivaer Platz eröffnet

Foto Oliviaer Platz 1970

Nach Einschätzung von Christoph-Maria Maasberg muss der Olivaer Platz in Zukunft klarer und deutlicher strukturiert sein. Maasberg: „Da wir viele Winkelecken haben ist das sehr unübersichtlich und eignet sich zum Müllabladen.“ Die Planer wollen den Platz in eine westliche und eine östliche Hälfte teilen. Parkplätze sollen reduziert werden. Der Olivaer Platz, unweit des Kurfürstendamms gelegen, soll in einen grünen Platz verwandelt werden.

Maasberg leitet den Fachbereich Grünflächen des Amtes für öffentliches Bauen Charlottenburg-Wilmersdorf. Neben Maasberg äußerten sich acht Bürgerinnen und Bürger zur Zukunft des Platzes. Studenten unter Leitung von Prof. Heiner Legewie fassten die Aussagen zu einer Bürgerausstellung zusammen. Sie ist im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin zu sehen.

Die Bürgerausstellung können Sie hier herunterladen (6 MB, pdf).

 




Meldungen von 2009

 29.12.2009

 Procedere-Fachtagung vom 26.-28.03.2010 im niedersächsischen Loccum

"Kooperation konkret! Konzeption, Anwendung und Reflexion kooperativen Handelns" - unter diesem Motto lädt der Verbund "Procedere" zur Fachtagung in die Evangelische Akademie ein. Ziel der Wertstatttagung ist es, den eigenen Moderationsstil zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Dazu sollen verschiedene Formate gemeinsam erprobt werden. Zielgruppe der Tagung sind alle, die kooperative Verfahren anwenden. Der Tagunsgort liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Hannover im Landkreis Nienburg (Weser).

Linktipps:
www.procedere.org
Evangelische Akademie Loccum


 18.12.2009

  Creative Space im Gasometer Berlin-Schöneberg

GasometerWissenschaftspolitik und künftige Forschungsstrategien standen im Mittelpunkt der diesjährigen „Creative Space“ Veranstaltung des Innovationszentrums „Gestaltung von Lebensräumen“. Wissenschaftler des an der Technischen Universität Berlin angesiedelten Zentrums diskutierten über Themen wie Exzellenzinitiative, Kooperation und Nachwuchsförderung. Mitarbeiter der Akademie für Partizipative Methoden und des nexus Instituts moderierten die Veranstaltung.

Dazu kamen Mitglieder des Zentrums, assoziierte Wissenschaftler, der Beirat und weitere externe Fachleute am 11. und 12. Dezember 2009 in den Gasometer nach Berlin-Schöneberg. Unter Leitung von Hans-Liudger Dienel, Birgit Böhm und des Moderationsteams kombinierten die Teilnehmer Elemente wie Information, Diskussion, Planung und Interaktion in Klein- und Großgruppen. Am Schluss stand der gemeinsame „Gasometer-Schwur“ als Selbstverpflichtung, an den vereinbarten Zielen gemeinsam weiter zu arbeiten. Das Format „Creative Space“ kombiniert kreativitätsfördernde Methoden mit fachlichem Input.

Foto: Sören Marotz/nexus.


30.11.2009

Projekt Kurzplanungszellen

Bürger auf Usedom sehen Chancen für Zusammenarbeit über Grenzen

Mit einer engeren Zusammenarbeit zwischen deutschem und polnischem Teil der Insel Usedom sowie der Region könnten die Folgen des demografischen Wandels verringert werden. Zu dieser Einschätzung kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Planungszelle, die nexus unter dem Motto „Usedom als deutsch-polnische Insel“ moderierte.
Usedom wächst über ehemalige und trennende Grenzen hinweg zusammen. So bieten sich nach Einschätzung der 26 Teilnehmer Möglichkeiten, den negativen Folgen des demografischen Wandels zu begegnen. Derzeit verlassen vor allem Jugendliche die Region. Die Teilnehmer hoffen auf wirtschaftliches Potenzial für Usedom, auslöst unter anderem durch die polnische Großstadt Swinemünde. Dort gibt es interessante Arbeitsplätze auch außerhalb der Tourismusbranche, vor allem im Hafen und der Logistik.
Die Bürger begreifen den Zuzug junger Polen in die von Abwanderung besonders betroffenen Gemeinden Ostvorpommerns als Chance für die Region. Das Ergebnis der Planungszellen – es wird Bürgergutachten genannt – dokumentiert jetzt auf 60 Seiten die Ergebnisse der Veranstaltung vom 28. und 29. Juli 2009. Teilnehmer der Planungszelle waren Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Seebad Heringsdorf, die 60 Jahre oder älter waren.
Download des Bürgergutachtens: Bürgergutachten Heringsdorf
Projektseite


04.11.2009

Bürgerausstellung zum Thema „Personalisierte Medizin“ in Bremen

Was denken Bremer Bürgerinnen und Bürger über Gentechnologie? Welche Chancen und Risiken sehen sie? Und welche Wünsche haben sie an die Wissenschaft? Wissenschaft im Dialog ging diesen Fragen mit einer Bürgerausstellung, die durch eine Mitarbeiter von nexus unterstützt wurde, auf den Grund. Vom 12.-26.11.2009 wird die Ausstellung „Personalisierte Medizin – Durch Gentests zu einer besseren Vorbeugung und Versorgung von Krankheiten?“ in Bremen gezeigt.Planungszelle auf Konferenz in China präsentiert

China 2009Der Bürgerhaushalt stand ganz im Mittelpunkt der Konferenz „Participatory Budgeting in Asia and Europe - Key Challenges of Participation” im chinesischen Hangzhou. Dabei untersuchten die versammelten Experten aus Wissenschaft und Forschung Fragen, wann ein Bürgerhaushalt eingesetzt werden kann, welche Formen bereits existieren und welche Ergebnisse sie bisher gebracht haben.
Organisatoren der Konferenz waren die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Zhejiang Universität Hangzhou und der Centre Marc Bloch. Ziel der Zusammenkunft war es, die verschiedenen Formen von Bürgerhaushalten in Asien und Europa vorzustellen, zu vergleichen und damit einen Austausch zwischen Akademikern und Praktikern aus verschiedenen Teilen der Welt anzuregen.
Eingeladen war auch nexus Mitarbeiter Nicolas Bach. Der Wissenschaftler aus dem nexus Team und der Akademie für partizipative Methoden stellte bei der Konferenz das Beteiligungsverfahren Planungszelle vor. An der Konferenz nahmen rund 60 Personen Teil.

Einzelcoaching: Das sagt eine Teilnehmerin

Als Vorbereitung auf meine Arbeit in den besetzten Palästinensergebieten (mit dem Zivilen Friedensdienst, ZFD) habe ich bei der Akademie für Partizipative Methoden ein Einzelcoaching angefragt. Ich habe so die Methoden Zukunftswerkstatt und Bürgerausstellung kennen lernen und erlernen können. Frau Dr. Böhm, die das Coaching leitete, hatte sich außerdem bemüht, eine externe Expertin, Frau Susanna Krüger, einzuladen, die für mehrere Jahre in den besetzten Palästinensergebieten tätig war und in diesem Kontext erfolgreich partizipative Methoden angewendet hatte.
Das Coaching war sehr gut strukturiert und hat mich sehr systematisch in die Methoden eingeführt. Beim Erfahrungsaustausch mit Frau Krüger habe ich dann auch die kulturspezifischen Unterschiede in der Anwendung dieser Methoden im palästinensischen Kontext diskutieren können. Ich habe außerdem vielseitiges Informationsmaterial und Literaturhinweise erhalten. Die Atmosphäre des Coachings war sehr entspannt. Die Inhalte waren maßgeschneidert auf meine Situation und Bedürfnisse, welche auch zu Anfang noch einmal erfragt wurden. Ich bin sehr zufrieden, da ich wertvolle Informationen und neue Instrumente an die Hand bekommen habe, die für meine zukünftige Arbeit von großer Relevanz sein könnten.
Sophie Schaarschmidt, Dipl.-Psych.

Planungszelle in Artern erfolgreich

29 Seniorinnen und Senioren arbeiteten zwei Tage intensiv in Artern (Kyffhäuserkreis) zur Gestaltung des öffentlichen Raums für ältere Menschen. Eingeladen hatten das nexus Institut und der Bürgermeister. Themen waren: Barrierefreiheit, Sicherheit, Verkehr, Versorgung, Alt und Jung sowie die Pflege des Straßengrüns.
Als Methode wählten die Veranstalter eine verkürzte Version der Planungszelle. Statt vier Tagen, wie bei einer regulären Planungszelle, standen lediglich zwei Tage für Diskussionen zur Verfügung. Wichtiges Element bei einer Planungszelle ist die Auswahl der Bürger nach dem Zufallsprinzip. So werden auch die Bürgerinnen und Bürger erreicht, die nicht ohnehin schon in zahlreichen Verbänden aktiv sind.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von dieser Form der Bürgerbeteiligung begeistert und haben ein ganz neues Verständnis für Gestaltungsmöglichkeiten in und für ihre Stadt entwickelt“, betont nexus Mitarbeiterin Christine von Blanckenburg als verantwortliche Moderatorin.
Wichtiges Ziel der Veranstaltung war es, ältere Menschen zu aktivieren und zu beteiligen. Das soll vor allem in den Regionen geschehen, die vom demografischen Wandel besonders stark betroffen sind. Gefördert wurde die Veranstaltung aus dem Programm „Region schafft Zukunft“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Referenzprojekt
Seminar zur „Salon-Methode“ für die Fraunhofer Gesellschaft

Mit einem zweitägigen Seminar vermittelte das Team der Akademie für Partizipative Methoden wesentliche Inhalte der selbst entwickelten „Salon-Methode“. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die Personalkoordinatoren der Fraunhofer Institute. Team und Teilnehmer erarbeiteten gemeinsam praxisnahe Beispiele. Moderatorin Dr. Christine von Blanckenburg präsentierte Prinzip und zentrale Elemente eines Salons. Anschließend erprobten die Teilnehmer im Rahmen des Seminars einzelne Elemente. Dazu gehörten der Dialogspaziergang und die Galerieeröffnung. Abschließend wendeten die Teilnehmer die Methode zu einem inhaltlichen Thema an. Das Seminar fand im Rahmen des jährlichen Treffens der Personalentwicklungskoordinatoren der Fraunhofer Institute am 17. und 18.03.2009 in Berlin statt.

Terminankündigung:
Procedere-Fachtagung vom 13.-15.03.2009 im niedersächsischen Loccum

"Kompetenzen - Visionen finden - Wandel gestalten - Veränderungen bewältigen" - unter diesem Motto lädt der Verbund "Procedere" zur Fachtagung ein. Wandel und Reformen müssen gestaltet werden. Das gelingt nach Einschätzung der Procedere-Experten vor allem dann, wenn Betroffene und Geforderte in kooperative Verfahren eingebunden sind. Dies gilt für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Bildung gleichermaßen. Die aktuellen Herausforderungen seien so komplex, dass sie nur in gemeinsamer Abstimmung erfolgreich angegangen werden können. Welche Kompetenzen braucht es dazu? Wie können diese ausgebildet und gestärkt werden? Procedere lädt Praktiker und Theoretiker kooperativer Verfahren ein, gemeinsam und praktisch an eigenen Programmen, Strategien und Curricula zu arbeiten, um in den jeweiligen Tätigkeitsfeldern Kompetenzen zu entwickeln und zu stärken. Linktipp: www.procedere.org

Vorgestellt: Planungszellen und Salon-Methode

Bei vielen Genehmigungsverfahren stehen sich Planer und Gegner unversöhnlich gegenüber. Mit einer Bürgerbeteiligung lassen sich gemeinsam Auswege erarbeiten. In einem Artikel hat das Magazin „brand eins“ jetzt die Verfahren Planungszelle und Salon-Methode ausführlich vorgestellt. Als Beispiel diente der nexus Salon zur RFID-Technik. Auch die Planungszellen zur Kommunalreform in Rheinland-Pfalz werden vorgestellt. Beide Verfahren setzen die Mitarbeiter von nexus regelmäßig in verschiedenen Projekten ein.
Lesen Sie mehr zu den von nexus angebotenen Methoden zur Bürgerbeteiligung unter Angebotsvarianten
Den Artikel des Magazins „brand eins“ finden Sie hier.
Linktipp: www.brandeins.de

 




Meldungen von 2008 

November 2008: Tagung der Planungszellen-Protagonisten und des Procedere-Verbundes

November 2008Vom 07. - 09. November 2008 fand in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin eine Tagung zum Thema "Qualitätskriterien für Bürgerbeteiligungsverfahren am Beispiel von Planungszellen/Bürgergutachten" statt, an der mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des nexus Instituts teilgenommen haben. Im Rahmen dieser Veranstaltung trafen sich über 40 Verfahrensexperten um verschiedene Aspekte und Herausforderungen der Bürgerbeteiligung am Beispiel des Verfahrens Planungszelle zu diskutieren. Veranstalter der Tagung waren die Planungszellen-Protagonisten und der Procedere-Verbund. Die gesamte Veranstaltung wurde vom Arbeitskreis Bürgergesellschaft und aktivierender Staat der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt.
Programm
Teilnehmerliste
Weitere Information und Dokumente finden Sie unter www.procedere.org


 

September 2008: Durchführung von zwei Salons durch das nexus Institut und Übergabe des Bürgergutachtens zur Kommunal- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz

25. September 2008Am 25. September 2008 fand in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen der erste Berliner Technologie-Salon zum Thema "Auf dem Weg zum gläsernen Produkt: Politische Rahmenbedingungen für die Zukunft der RFID-Technologie" statt. Veranstalter waren die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund und die METRO Group Future Store Initiative, Kooperationspartner war das Informationsforum RFID e.V., durchgeführt wurde der Salon vom nexus Institut. Im Rahmen des Salons diskutierten Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verschiedene Einsatzfelder und die damit verbundenen Chancen und Risiken der RFID-Technologie.
Als Abschluss der Planungszellen zur Kommunal- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde am 12. September 2008 das Bürgergutachten, das alle Ergebnisse zusammenfasst, durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Planungszellen dem Ministerpräsidenten Kurt Beck übergeben.
Das Bürgergutachten und weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: Projekt "Planungszellen Rheinland-Pfalz".
Am 4./5. September 2008 führte das nexus Institut im Rahmen des Projektes "Junge Alte in der Mitte der Gesellschaft" ein Salon zum Thema "Junge Alte auf die kommunalen Bühne". Auftraggeber war das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Der Salon beschäftigte sich mit der Frage, wie junge Alte auf der kommunalen Ebene besser in bürgerschaftliche, politische und gesellschaftliche Prozesse eingebunden werden können.
Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: Projekt "Junge Alte in der Mitte der Gesellschaft".


Artikel zum Verfahren Bürgerausstellung

Das nexus Team hat einen Artikel zum Verfahren Bürgerausstellung in der zweiten Ausgabe 2008 der renommierten sozialwissenschaftlichen Zeitschrift FQS (Forum: Qualitative Social Research) publiziert.
Den Artikel und weitere Informationen finden sie unter:
www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/380.


Mitgliederversammlung von „Westwind“ - nexus unterstützt inhaltliche Ausrichtung

Das Land Nordrhein-Westfalen soll künftig besser im politischen und kulturellen Leben in Berlin platziert werden. Deshalb gründeten im März 2008 rund 40 Bürgerinnen und Bürger den Verein „Westwind“. Vorsitzender ist der aus Dortmund stammende Christoph Kannengießer, der zugleich auch Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes in Berlin ist. „Wir wollen ein sympathisches Bild von Nordrhein-Westfalen transportieren“, erklärt der Vorsitzende anlässlich der ersten Mitgliederversammlung am 3. Juli 2008 in der Landesvertretung NRW in Berlin.
Welche Themen sollte der Verein „Westwind“ in Zukunft intensiver bearbeiten? Bei dieser Frage moderierten nexus-Mitarbeiterinnen den Prozess. Soll es mehr um Interessenvertretung gehen oder doch stärker um Networking? Welche Ideen gibt es zur Nachwuchsförderung? Die Moderatorinnen Dr. Angela Jain und Daphne Reim hatten die Themen je einer Stellwand zugeordnet. So ging es um Networking, Nachwuchsförderung, Interessenvertretung, Kultur und Kulinarisches sowie weitere Ideen.
Auf Moderationskarten vermerkten die rund 80 anwesenden Mitglieder und Gäste ihre Ideen. „Gespräche mit Bundestagsabgeordneten“ waren ebenso dabei wie eine „Praktikantenbörse“ oder eine Broschüre „NRW in Berlin“. Auch die Geselligkeit soll nicht zu kurz kommen. Ein „Stammtisch“ wurde vorgeschlagen oder auch gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Zuvor sorgte bei sommerlichen Temperaturen der aus Duisburg stammende Kabarettist Ludger Kusenberg für eine humoristische Erfrischung. Im typischen Dialekt verkündete der als „Ludger K.“ auftretende Künstler Details aus dem Alltagsleben im Ruhrgebiet. Dafür gab es kürzlich den von Hans-Dieter Hüsch initiierten Nachwuchspreis „Das schwarze Schaf vom Niederrhein“.
Um Nachwuchsförderung ging es auch beim „IdeenPark 2008“. Wie kann die Jugend stärker für Technik und Naturwissenschaft begeistert werden? Ein Weg dazu ist die von ThyssenKrupp entwickelte Veranstaltung unter dem Motto „Ein Fest der Technik und Bildung“. Diese Vorstellung fand auf 40.000 Quadratmetern der Stuttgarter Messe im Mai 2008 statt. „Der Andrang war so groß, dass wir kurzfristig noch eine Halle dazugenommen haben“, erklärte Ulrich Schmitz, Leiter des Berliner Büros der ThyssenKrupp AG.
Der Vorstand von Westwind, dem auch nexus Geschäftsführer Dr. Hans-Liudger Dienel angehört, wird im September 2008 bei einer Klausurtagung die Ergebnisse der Mitgliederversammlung beraten und die inhaltliche Ausrichtung des Vereins weiter entwickeln.
Linktipps:
www.westwind-ev.de
www.nexusinstitut.de


Wir trauern um Erhard Otto (E.O.) Müller

Der unermüdliche Streiter für Demokratie und Bürgerbeteilung E.O. Müller ist am Dienstag, den 13. Mai, völlig überraschend in Riga gestorben. Noch tags zuvor hat E.O. dort auf einem Kongress einen Vortrag gehalten. E.O. gehörte zu den Planungszellenprotagonisten. Wir hatten noch viel gemeinsam vor. Ein Trauerakt in Berlin ist für den 31. Mai um 10.00 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte geplant, einem Ort, der so eng mit seinem Wirken und seinem Anliegen verbunden ist.
Die Mitarbeiter/innen des nexus Instituts


Zwei Statements zum Verfahren Planungszelle

Im Rahmen der European Citizens' Consultations haben in Berlin zwei Planungszellen zur Zukunft Europas staatgefunden. Für die Übergabe des Bürgergutachtens am 22.02.2008 haben sich zwei Teilnehmer bereiterklärt, ihre Eindrücke der vier gemeinsam verbrachten Tage mit uns zu teilen. Hier können sie ihre Statements nachlesen:
Statement von Adolf Jagob
Statement von Arnold D. Ulken


Planungszellen in Rheinland-Pfalz

Das Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz hat das nexus Institut beauftragt, 2008 sechs Planungszellen an drei verschiedenen Standorten innerhalb des Landes durchzuführen. In den Planungszellen erarbeiten Bürgerinnen und Bürger Empfehlungen für die Kommunal- und Verwaltungsreform. Dabei stehen folgende Themen im Mittelpunkt: Aufgaben einer modernen Kommune und Verwaltung, zukunftsfähige Gebietsstrukturen und Bürgernähe sowie neue Formen der Zusammenarbeit. 
Die Planungszellen sind Teil der Bürgerbeteiligung im Rahmen der Kommunal- und Verwaltungsreform, mit der das Land Rheinland-Pfalz neue Wege beschreitet. In zwei Stufen erarbeiten Einwohnerinnen und Einwohner Ideen für neue Leitlinien. In der ersten Stufe (2007/2008) haben sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Verbänden in neun Regionalkonferenzen zu den kommenden Reformen geäußert. 
Von April bis Mai 2008 finden fünf eintägige Bürgerkongresse statt, um Ideen und Empfehlungen der Bürger zu sammeln. Den Abschluss der ersten Stufe der Bürgerbeteiligung bilden die sechs Planungszellen im Juni 2008, in denen Bürgerinnen und Bürger aus drei unterschiedlichen Regionen in Rheinland-Pfalz von Fachleuten informiert werden, detailliert diskutieren und Empfehlungen verabschieden. 
Hinweis: Die Teilnahme an den Planungszellen ist nur mit persönlicher Einladung möglich.
Linktipp: Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, Startseite für die Kommunal- und Verwaltungsreform
Mehr zur Methode Planungszelle und Bürgergutachten


Bericht über die "Messe 'Planungszellen in Japan'" und die Tagung es Forschungskreises 'Planungszellen in Japan'" am 23. und 24. Februar in Tōkyō

Am 23. und 24. Februar 2008 habe ich an der "Messe Planungszellen in Japan" (Puranunkusutsere mihon'ichi) und am Treffen der "Forschungsgruppe Planungszellen in Japan" (Nihon puranukusutsere kenkyūkai) in Tōkyō teilgenommen. Die Messe war eine ganztätige Veranstaltung, bei der eine Auswahl von Projekten vorgestellt wurden, die in den letzten drei Jahren in Japan durchgeführt wurden. 
Ich bin beeindruckt. Auf der "Messe" war der Saal brechend voll mit Gemeindevertretern, Mitarbeitern von Nicht-Regierungsorganisationen und Mitgliedern der Junior Chamber International Japan (JC), daß die Gänge noch während der Veranstaltun bis zum Eingang mit Stühlen vollgestellt werden mußten. Am Samstag, dem Tag der Messe, waren die Teilnehmer wirklich von morgens bis abends aufmerksam bei der Sache, in der Mittagspause waren die Restaurants rund um den Seinenkan im Herzen Tōkyōs, in dem die Messe stattfand, mit diskutierenden Teilnehmern überfüllt. 
Die Leute, die sich hier in Japan um die PZ bemühen, opfern einiges von ihrem Geld und fast alle Freizeit. Sie machen sich zunächst einmal nicht beliebt bei den Gemeinden (vor allem der Verwaltung) und nicht bei den Bürgerinnen und Bürgern, die sich mehr für das interessieren, was direkt vor ihrer Haustüre geschieht. Daher ist es schwer, genügend Leute zur Teilnahme zu bewegen. Aber wer einmal teilgenommen hat, ist rundum begeistert, verzichtet manchmal sogar auf die Entschädigungszahlungen, damit die Veranstalter mit dem Geld weitermachen können. Das Interesse für die Teilnahme am öffentlichen Leben scheint durch die PZ bei den Teilnehmerinnen geweckt zu sein, viele Teilnehmer geben nach den Veranstaltungen solche Rückmeldungen. Außerdem bekunden sogar Vertreter von Gemeindeverwaltungen, die sich vorher gegen die PZ gewehrt hatten, daß sie ihre Meinung geändert hätten und unbedingt weitere PZ in ihrer Gemeinde als Entscheidungshilfe durchgeführt sehen möchten. 
Es gibt einige Unterschiede zwischen den Planungszellen in Japan (sie werden unter diesem Namen in Japan durchgeführt) und den Planunszellen oder Bürgergutachten, wie sie in Deutschland meist genannt werden. Ein großer Unterschied ist der, daß es sich um kleine Veranstaltungen mit wenig finanziellem Aufwand handelt, aber dafür sind die Veranstalter eben fest entschlossen, jedes Jahr solche PZ zu veranstalten. Die Veranstaltungen dauern nur ein bis zwei Tage und haben oft nur wenige Teilnehmer, weil es keinen Zwang oder Druck von seiten der öffentlichen Verwaltung gibt und das Interesse an öffentlichem Engagement grundsätzlich eher gering ist. So scheint mir gerade die Stetigkeit, mit der Planungszellen an denselben Orten durchgeführt werden, ein sehr gutes, vor allem für Japan geeignetes Mittel zu sein: Hier ist die Politikverdrossenheit und Obrigkeitshörigkeit so ausgeprägt, daß Politik nur als schmutziges Geschäft empfunden wird und sich die "anständigen" Leute davon lieber fern halten und ihr privates Glück suchen. 
Mit der Planungszelle ändert sich diese Sicht, und besser als große Events scheinen mir die stetigen Veranstaltungen, stetige Berichterstattung, bei der sich allmählich die Erkenntnis durchsetzt, daß man selber gestalten kann, und, daß die Bürger nicht nur bei der Arbeit der Beamten stören, sondern eben auch hilfreich sein können. 
Seit 2005, als die erste Planungszelle als Experiment in Tōkyō durchgeführt wurde, ist die Zahl jährlich angestiegen: 2006 waren es 3, 2007 18 Planungszellen, die durchgeführt wurden, für 2008 sind über 30 schon in Vorbereitung, die Zahl wird weiter steigen. In einigen Orten haben schon mehrere PZ stattgefunden, und dieses Jahr breitet sich das Verfahren, das zunächst in Tōkyō und Nordjapan angewendet wurde, auch weiter nach Westjapan aus. Das wichtigste ist allerdings, daß in den großen Städten, vor allem in Tōkyō viel in der Hinsicht gemacht wird, denn die Vorbildfunktion von Tōkyō für die Provinz ist - leider - nicht zu unterschätzen. 
Die Organisatoren rühmen einige Eigenschaften der Planungszellen, die auch mich besonders faszinieren: Gruppengrößen, in denen sich keiner verstecken kann und jeder zu Wort kommt, Teilnehmerwechsel, damit sich keine Rollen festfahren, Reden ohne Beobachtung von außen (wenngleich das in den ersten Veranstaltungen wegen des Versuchscharakters manchmal schwierig war) und langsame Entscheidungsfindung (auch das bei ein bis zwei Tagen nicht immer ideal durchgesetzt) ohne simple Abstimmung am Schluß, sondern mit ausgewogenen Berichten. 
Ganz wichtig und beeindruckend war für mich, wie die Organisatoren die einmal durchgeführten Planungszellen verarbeiten: Es wird nicht nur in jedem Fall ein ausführliches Gutachten zum Thema erstellt, sondern in dem Bericht wird immer festgehalten, was positiv, was negativ war, was beim nächsten Mal anders versucht werden sollte. Dabei wird immer wieder geprüft, ob die ursprüngliche Idee auf diese Weise richtig zur Geltung kommt. Reflexion und Weitergabe der Erfahrungen -- in den Berichten, aber eben auch in den Vorträgen der "Messe" -- das ist eine Seite der japanischen Planungszellen, die mich besonders beeindruckt hat. 
Es werden in Japan momentan verschiedene Verfahren der Bürgerbeteiligung getestet, und dabei gilt leider auch, daß alles Neue, besonders aus Amerika, gut ist. Wissenschaftler von Renommee haben oft in den USA studiert und können keine Fremdsprache außer Englisch. So haben Verfahren, die aus den USA oder England kommen, m.E. einen strategischen Vorteil. In der Tat bemühen sich wohl auch Wissenschaftler, die "Maschine JC", ein landesweites Netzwerk engagierter junger Bürger und NGOs, auf ihre Seite zu bringen, um "ihre" Verfahren durchzusetzen. Das wurde in den Pausengesprächen diskutiert, und ich war begeistert, mit welcher Leidenschaft die Vorteile der PZ gegenüber kurzfristigen Großveranstaltungen unter Anleitung von Facilitatern betont wurden und der Wille, sich nicht von medienwirksamen Events einfangen zu lassen. 
Nach der "Messe", die ganztags am Samstag stattfand, traf sich am Sonntag vormittag die Forschungsgruppe "Planungszellen in Japan", eine Gruppe von etwa 30 Leuten, die sich zum Teil aus den Akteuren des Vortages rekrutiert und insgesamt einen größeren Anteil an Wissenschaftlern aufweist. Prof. Dr. Susumu �?MURA berichtete über seine sozial-psychologische Untersuchungen zur Wirkung der Planungszellen in Lengerich, und Prof. Akinori SHINOTO berichtete über zwei abgeschlossene EU-Projekte, in denen Planungszellen durchgeführt wurden. War die Veranstaltung am Vortrag gekennzeichnet durch viel Enthusiasmus und die Konzentration auf praktische Fragen, so wurde hier an dem theoretischen Fundament und der Ausweitung der Möglichkeiten in ruhigerer Atmosphäre gearbeitet. Ein perfektes Wochenende, das einem viele Facetten der Bürgerbeteiligung gezeigt hat. Es tut sich viel in Japan, es macht Spaß, dabei zu sein. Auch wenn sich einiges in der Form der PZ gegenüber dem ändern wird, was Peter Dienel sich vorgestellt hat, scheint mir das, was hier passiert, doch ganz in seinem Geist zu sein.

Hans-Liudger Dienel


Übergabe des Bürgergutachtens an die EU-Kommission am 22.02.2008
Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa

Übergabe des BürgergutachtensNach Einschätzung von Dr. Gerhard Sabathil müssen die Bürger stärker in den europäischen Einigungsprozess einbezogen werden. Anlässlich der Übergabe des Bürgergutachtens wies Sabathil darauf hin, dass die EU-Kommission die Interessen der Lobbyverbände gut kenne. „Ich bin deshalb sehr interessiert an den Ergebnissen des Bürgergutachtens und gebe die Ergebnisse gerne nach Brüssel weiter“, betont Sabathil. Die Übergabe des Gutachtens im Europahaus am Pariser Platz in Berlin-Mitte war der Abschluss für das Projekt unter dem Motto „Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa“. Ein Team aus mehreren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des nexus-Instituts hatte unter Gesamtleitung von Dr. Hans-Liudger Dienel das Bürgergutachten vorbereitet, koordiniert und den Prozess moderiert.
Die zentrale Frage des Bürgergutachtens lautete: „Was für ein Europa wollen wir?“ 45 Bürgerinnen und Bürger aus Berlin erarbeiteten Empfehlungen zu den Themen „Umwelt und Energie“, „Familie und Soziale Sicherung“ sowie „Immigration und Europas Rolle in der Welt“. Parallel dazu erstellten in Budapest Bürgerinnen und Bürger Vorschläge zur gleichen Ausgangsfrage. Die Ergebnisse der Planungszellen sind jetzt in dem Bürgergutachten „Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa“ erschienen.
Das Bürgergutachten war Teil der „European Citizens’ Consultations (ECC)“, die als europaweite Bürgerbeteiligung durchgeführt wurde. Teil des Projektes waren Planungszellen. Die Planungszelle ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren, in dem zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger vier Tage lang eine gesellschaftlich relevante Fragestellung bearbeiten.
Auftraggeber des Projektes war die Belgische King Baudouin Foundation unter Mitfinanzierung der Europäischen Kommission und der Initiative Plan D. nexus arbeitete beim Projektmanagement eng mit dem Institut für Organisationskommunikation (IFOK) zusammen.
Das Gutachten finden Sie hier (5,28 MB).
Linktipps: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Mehr zur Methode Planungszelle
Presseartikel zum Thema in der "tageszeitung"


Übergabe des Bürgergutachtens "Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa" am 22.02.2008 in Berlin

Im Rahmen des Projekts "European Citizens' Consultations (ECC) wurde erstmals in der Geschichte der Europäischen Union eine europaweite Bürgerbeteiligung durchgeführt. Teil dieses Projekts waren Planungszellen, die in Berlin und Budapest stattfanden. Die Planungszelle ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren, in dem zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger vier Tage lang eine gesellschaftlich relevante Fragestellung bearbeiten. Zu der Frage "Was für ein Europa wollen wir?" haben 46 Bürgerinnen und Bürger aus Berlin Empfehlungen zu "Umwelt & Energie", "Familie & Soziale Sicherung" und "Immigration & Europas Rolle in der Welt" entwickelt. Parallel haben auch in Ungarn Budapester Bürgerinnen und Bürgern Vorschläge gemacht. Die Ergebnisse der Planungszellen sind jetzt in dem Bürgergutachten "Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa" erschienen. Am 22. Februar 2008 übergeben die Bürgerinnen und Bürger in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin ab 16.00 Uhr das Gutachten offiziell dem Leiter der Vertretung Dr. Gerhard Sabathil. Wir möchten Sie herzlich einladen, diesem Ereignis beizuwohnen. Einladung [PDF].


Procedere-Tagung "Woran hängt's?" 6.-8. Februar in Loccum

Ausgangspunkt der Tagung ist die in Praxis und Theorie wahrgenommene Kluft zwischen der Wirksamkeit von Verfahren der kooperativen Zusammenarbeit (egal ob in Politik, Wirtschaft, Bildung, Kirchen, Recht oder NGOs) und deren nach wie vor noch geringen Verbreitung. Darum wollen wir - ausgehend von der Frage: "Woran hängt's?" (... daß nicht viel mehr und alltäglicher kooperative Vorgehen und Strukturen gewählt werden?) - über Gründe und Strategien reflektieren, wie diesem Innovationsstau begegnet werden kann.
Die Tagung wird von dem intensiven Austausch von ca. 70 Profis aus diversen Anwendungsnetzwerken, angeregt durch über 20 Referenten und Themenpaten, leben.
Weitere Informationen z. B. über die Referenten finden Sie unter: www.procedere.org.


Bürgergutachten ECC erschienen

Das dreisprachige (englisch, deutsch, ungarisch) Bürgergutachten 'Eckpunkte für ein offenes, ökologisches und soziales Europa' ist erschienen. Hierin werden die Ergebnisse der Planungszellen zur Zukunft Europas dokumentiert, in denen Bürger aus Berlin und Budapest ihre Ideen für die Bereiche Energie, Arbeit und Familie und Migration entwickelt haben.
Bürgergutachten [PDF].


Erstes Treffen der Planungszellenprotagonisten in Wuppertal

Am 08. Juni 2007 fand im Hause Dienel in Wuppertal in der Worringer Straße 46 die Gründungsversammlung des Planungszellenprotagonisten-Verbundes statt. Dieser offene Verbund, dessen Mitglieder aus verschiedenen Kontexten eng mit dem Verfahren "Planungszelle/Bürgergutachten" verbunden sind, wird sich zukünftig jedes Jahr wechselweise in Berlin, Wuppertal und München treffen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam das Verfahren weiter zu entwickeln.
Das nächste Treffen des Verbundes wird am 22. und 23. Mai 2008 in Berlin stattfinden.
Für weitere Information kontaktieren Sie bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.



Zum Jahresausklang sagen wir Danke für das Vertrauen - und haben Aufträge und Aktivitäten der Akademie für Partizipative Methoden 2015 zusammengestellt:

  • Workshop "Qualität in der kommunalen Netzwerkarbeit - Anforderungen und ihre praxisnahe Umsetzung", Januar 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Coaching Arbeitskreis "Wohnungslosigkeit und Gesundheit", Februar 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Konzeption und Moderation der Klausurtagung der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik, Februar 2015, für Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Lecture "The democratic city: participative urban and regional development citizen partizipation procedures and practical examples" im Rahmen der Akademie für Gute Regierungsführung und Empowerment in Europa, März 2015, für Europäische Akademie Berlin AGREE.
  • Coaching zu Planungszelle/Bürgergutachten, März 2015,für Jacobs Universität Bremen (Dr. Angela Jain/Nicolas Bach)
  • Konzeption und Moderation der Klausurtagung des Teams Bibliothek und wissenschaftliche Information, Juni 2015, für Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Coaching "Netzwerk Prävention Wartburgkreis", August 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)
  • Coaching "Netzwerk Gesunde Kommune" Gera, September 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)
  • Werkstatt "Vernetzung im Stadtteil Hohenhorst", September 2015, für Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) e. V.
  • Themenwerkstatt "Bürgerausstellung", Tagung "ürgerbeteiligung in gesellschaftlichen Konfliktfeldern: Chancen, Hindernisse, Widersprüche“, September 2015, Forum für Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie, Stiftung Mitarbeit.
  • Lecture "Public participation, activating democracy and new involvement models" im Rahmen der Akademie für Gute Regierungsführung und Empowerment in Europa. Oktober 2015. Auftraggeber: Europäische Akademie Berlin AGREE (Nicolas Bach).
  • Internes Coaching Entwicklung Fortbildungen, November 2015, für Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen (AGETHUR)