akademie für partizipative methoden

17.02.2016
Menschen und Engagement Thema für Højskole-Sprachkurs

Karen Hueck aus Flensburg (Poster links) und Mette Sigerstrøm aus Aabenraa (Poster rechts) wurden über ihre Arbeit in dem Gebrauchwarenladen befragt. Der Laden 'Bella secunda' in Flensburg besteht seit dem Jahr 2001 und wird von Karen Hueck (65) geleitet. In Aabenraa wurde Mette Sigerstrøm (68) befragt. Sie ist in einem Laden der landesweiten Organisation Kirkens Korshær. Die Poster orientieren sich an der von nexus häufig genutzten Beteiligungsmethode Bürgerausstellung. Grafik: toolboxx/nexus

Der Handel mit gebrauchten Waren hat in Dänemark und Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Anlass für den Sprach- und Kulturkurs der Højskole Østersøen, das Thema näher zu betrachten. Zwei Kursteilnehmer besuchten je einen Gebrauchtwarenladen in Flensburg und im süddänischen Aabenraa. Sie interviewten eine engagierte Person und erstellten insgesamt vier Poster mit Text und Bildern. "Wenn Teilnehmer des Sprach- und Kulturkurses ein aktuelles Thema aus dem Alltag der Menschen aufgreifen freut uns das besonders", sagt Schulleiter Peter Buhrmann. Die Gestaltung der Poster orientiert sich an der vom nexus Institut häufig genutzten Methode Bürgerausstellung.

Zur ersten Präsentation der Poster begrüßte Peter Buhrmann Karen Hueck aus Flensburg und Mette Sigerstrøm aus Aabenraa persönlich in der Schule. Beide stellten ihre Arbeit im Gebrauchtwarenladen den interessierten Kursteilnehmern aus Deutschland und Dänemark persönlich vor. Der Laden "Bella secunda" in Flensburg besteht seit dem Jahr 2001. Seit der ersten Stunde ist Karen Hueck (65) als Leiterin dabei. Der Überschuss aus dem Handel fließt an das Flensburger Katharinen Hospiz. Ein Team aus über 40 Personen engagiert sich ehrenamtlich für die gute Sache.

Letzte Anweisungen der Fotografin der Lokalzeitung Nordschleswiger an Karen Hueck aus Flensburg (links) und Mette Sigerstrøm aus Aabenraa (rechts). In der Bildmitte freut sich Peter Buhrmann, Leiter der Højskole Østersøen in Aabenraa. In Aabenraa besuchten die Teilnehmer einen Laden der landesweiten Organisation Kirkens Korshær. Die 1912 gegründete Institution betreibt in Dänemark etwa 230 Läden für gebrauchte Gegenstände. In dem Geschäft in Aabenraa engagieren sich über 30 Personen ehrenamtlich. Mit dem Überschuss wird die Arbeit für Obdachlose unterstützt. Geleitet wird das Geschäft von einem Team aus fünf Personen. Zu der Gruppe gehört Mette Sigerstrøm (68).

Mit der Methode Bürgerausstellung können unterschiedliche Themen mit Hilfe der handelnden Personen schnell und ansprechend vermittelt werden. Idee für Thema und Methode hatte Dr. Holger Jansen, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das nexus Institut tätig ist, Dänisch spricht und die Interviews mit Unterstützung der dänischen Kursteilnehmer durchführte. Die vier Poster werden nach der ersten Präsentation für den Rest des Jahres in der Højskole Østersøen zu sehen sein. Sie sind in deutscher und dänischer Sprache verfügbar.

Die Poster können Sie hier herunterladen (als pdf):
Poster 1: Karen Hueck (DE)
Poster 2: Karen Hueck (DK)
Poster 3: Mette Sigerstrøm (DE)
Poster 4: Mette Sigerstrøm (DK)
Alle Poster in einer pdf-Datei (4 Seiten, 3,2 MB)

Lesen Sie auch:
Buch zur Bürgerausstelllung erschienen (Meldung vom 5.11.2013, externer Link)
Mehr zur Methode Bürgerausstellung

Über die Højskole Østersøen
Die Højskole Østersøen in Aabenraa besteht seit 1993. Die Idee der Heimvolkshochschulen in Dänemark – sie werden in Dänisch "højskole" genannt – geht zurück bis ins Jahr 1844. Der dänische Pastor und Reformpädagoge Nikolai Frederik Severin Grundtvig gründete damals in Rødding die erste Heimvolkshochschule Dänemarks. Ein Schwerpunkt der Schule ist es, Dänen mit Interesse an der deutschen Sprache und Deutsche mit Interesse an der dänischen Sprache zu unterrichten.

Wichtiges Element ist dabei das gemeinsame Leben außerhalb des Unterrichts – die Teilnehmer wohnen für die Zeit des Kurses an der Højskole. Die Schule hat sich in den über 20 Jahren ihres Bestehens stets weiterentwickelt und zahlreiche Projekte und Kurse mit nationalen und europäischen Schwerpunkten organisiert. Mit über 600 Gästen pro Jahr ist die Schule ein wichtiger Faktor für den Austausch und die gemeinsame Arbeit unterschiedlicher Nationalitäten.

Stichwort: Bürgerausstellung
Die Bürgerausstellung wurde in den 1990er-Jahren in der qualitativen Sozialforschung entwickelt. Sie hat sich inzwischen als eigenständige Beteiligungsmethode etabliert. Die Bürgerausstellung verbindet partizipative und ästhetische Elemente, um unterschiedliche persönliche Perspektiven, Haltungen und Wünsche visuell darzustellen. Grundgedanke der Bürgerausstellung ist es, Einstellungen, Ziele und Motivationen zu präsentieren und einen Dialog zu fördern. Als Ausgangsmaterial dienen Interviews. Die Gesprächspartner werden fotografiert. Bilder und Textausschnitte der Interviews werden zu einem stimmigen Poster kombiniert und bieten unterschiedliche Sichtweisen auf ein Thema.


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