akademie für partizipative methoden

Archiv 2013

 




Meldungen von 2013

13.12.2013Dr. Angela Jain von nexus stellte der Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung das Projekt Developing a municipal FlashPoll Tool vor. Mit der App soll die Beteiligung der Bürger in Zukunft noch schneller möglich sein. Die Beteiligungsexperten gaben ihre ersten Einschätzungen zur Beteiligungs-App ab.
Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung zu Gast im nexus Institut 

Dr. Angela Jain von nexus stellte der Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Bürgerbeteiligung das Projekt "Developing a municipal FlashPoll Tool" vor. Mit der App soll die Beteiligung der Bürger in Zukunft noch schneller möglich sein. Die Beteiligungsexperten gaben ihre ersten Einschätzungen zur "Beteiligungs-App" ab. Weitere Punkte auf der Tagesordnung der Gruppe war die Entwicklung einer "Demokratiepolitischen Agenda" und die Stärkung der Bürgerbeteiligung in Gemeindeordnungen. nexus-Geschäftsführer Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel ist seit Gründung des Netzwerks aktiv.

Weitere Infomationen:
Netzwerk Bürgebeteiligung (externer Link)


05.11.2013Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6. 
Buch zur Bürgerausstellung erschienen

Was verbindet die südindische Millionenstadt Hyderabad mit der Zukunft von Jugendlichen in Brandenburg? Auf den ersten Blick nicht viel. Und doch gibt es eine Verbindung: Mitarbeiter von nexus haben in beiden Regionen eine Bürgerausstellung erarbeitet. Im jetzt erschienenen Sammelband "Die Bürgerausstellung" werden Grundlagen für eine Bürgerausstellung vorgestellt und einige Beispiele ausführlich präsentiert. Mit dabei die Ausstellungen "Ready to Move…?!" aus Hyderabad und "Brandenburg – Das bist Du uns wert!".

Ausgangspunkt einer Bürgerausstellung sind gesellschaftlich relevante Themen, für die sich Wissenschaft, Politik, einzelne Akteure, Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürger interessieren. Relevant sind dabei vor allem Themen aus der unmittelbaren Lebenswelt von Menschen. In Brandenburg verändern sich ländlichen Regionen durch die Abwanderung junger Menschen. In Berlin war der Wandel in einem städtischen Wohnviertel durch erhöhtes Touristenaufkommen Thema einer Bürgerausstellung. In Hyderabad geht es um die Mobilität vor dem Hintergrund des schnellen Wachstums bei der Einwohnerzahl.

Die Bürgerausstellung Ready to Move...?! fand im südindischen Hyderabad statt."Die Qualitätssicherung des Beteiligungsprozesses wird in Zukunft eine entscheidende Rolle für die weitere Etablierung deliberativer Verfahren spielen", betont Hans-Liudger Dienel in seinem Beitrag. Explorative Verfahren stünden unter besonderem Nachweisdruck. Wichtig, so Dienel, seien Transparenz des Verfahrens, Autonomie der Bürger in ihrem Meinungsbildungsprozess, Ergebnisorientierung sowie Ergebnisvermittlung und -rezeption durch Entscheidungsträger. Die weitere Verbreitung der Bürgerausstellung benötige mehr Evaluationen und Diskussionen über Mindeststandards – von der Anregung beziehungsweise Beauftragung einer Bürgerausstellung bis zur Nachnutzung der Ergebnisse.

Das Verfahren der Bürgerausstellung hat sich aus der qualitativen Sozialforschung heraus entwickelt. Es kombiniert Methoden der qualitativen Sozialforschung und der Aktionsforschung mit aktivierenden Methoden, angereichert durch Ausstellungstechniken. Das Verfahren wurde inzwischen etwa 30 Mal angewendet. Bei nexus ist diese Methode vielfältig erprobt und in zahlreichen Kontexten erfolgreich genutzt worden.

 

 

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Aus dem Klappentext: Die Bürgerausstellung wurde in den 1990er-Jahren in der qualitativen Sozialforschung entwickelt. Sie hat sich inzwischen als eigenständige Beteiligungsmethode etabliert. Dieser Sammelband bietet erstmalig eine umfassende Präsentation dieser vielfältig einsetzbaren Methode. Er stellt ihren theoretischen und methodischen Hintergrund vor und demonstriert anhand unterschiedlichster, auch internationaler Praxisbeispiele deren Einsatz- und Variationsmöglichkeiten. Reflektiert und authentisch laden die Autorinnen und Autoren mit Text und Bild dazu ein, der Entstehung und Wirkung verschiedener Bürgerausstellungen zu folgen. Sie gewähren Einblick in die Stärken, aber auch Grenzen der Methode. Zugleich ist der Band ein Leitfaden, der die notwendigen Schritte zur Vorbereitung, Durchführung und Präsentation erläutert.

Dorothee Keppler, Birgit Böhm, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. 240 Seiten, oekom verlag München, 2013. ISBN-13: 978-3-86581-234-6.

Lesen Sie mehr:
Bürgerausstellungen der Akademie für Partizipative Methoden
Zum oekom-Verlag mit Leseprobe (externer Link)

 


04.10.2013
Dienel bei Politikfestival in Paretz

Unter dem Motto "Lückenschluss im Kontext demokratischer Institutionen" und dem Methodeneinsatz der Liquid Democracy diskutierte Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel im brandenburgischen Paretz. Dort fand am 3. und 4. Oktober 2013 zum Tag der Deutschen Einheit das erste deutsche Politikfestival statt. Nach Angaben der Veranstalter gab es dort 77 Werkstätten, Gesprächsrunden und kulturelle Einlagen. Regierungssprecher Steffen Seibert berichtete über Herausforderungen in seinem Job, frisch gewählte Bundestagsmitglieder erzählen vom "Höllenritt Wahlkampf", die Vorsitzenden der parteinahen Jugendorganisationen stellen Ihre Zukunftsvisionen für Deutschland vor. Die Veranstalter sehen eine "Beteiligungslücke" zwischen politischen Entscheidungsträgern und Bürgern. Sie wollen Brücken bauen und diskutieren die besten Verfahren und Methoden. Schirmherr des Politikfestivals war Bundespräsident Joachim Gauck.

 


17.06.2013 Mit Volldampf voraus - so einfach, wie es hier bei der Harzer Schmalspurbahn (HSB) aussieht, ist die Entscheidung, was mit dem Ochsenteichgelände in Wernigerode passieren soll, nicht. Auch eine 'Gläserne Werkstatt' des Schienenunternehmens war schon im Gespräch. nexus hat im März 2013 Planungszellen moderiert, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Foto: Martina Berg/fotoliaBürgergutachten im Rathaus Wernigerode übergeben

"Vor zwei Jahren war das noch ein Traum – wir sind stolz auf das Gutachten, das unter sehr verbindlicher Beteiligung von Bürgern Wernigerodes zustande kam. Für uns ist dies ein Start in eine neue Zeit", sagt Wolfgang Dannheim, Sprecher des Bürger-Bündnisses Wernigerode für Weltoffenheit und Demokratie. Neben dem Stadtrat Wernigerode, vertreten durch Karl-Heinz Mänz (CDU), nahmen Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und Wolfgang Dannheim das Bürgergutachten als Ergebnis der Planungszelle entgegen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Wernigeröder Ochsenteichgelände in Zukunft genutzt werden soll. "Mir ist sehr daran gelegen, dass sich viele Bürger für die Belange unserer Bunten Stadt am Harz engagieren. Die erarbeiteten Ideen und Ratschläge werden gemeinsam mit den Gremien des Stadtrates ausgewertet und in die weitere Planung einbezogen", fasst Wernigerodes Oberbürgermeister Gaffert zusammen. Die Arbeit entstand unter wissenschaftlicher Begleitung eines Forscherteams der Hochschule Harz und des nexus Instituts unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum, Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz.

Mit der Übergabe des Bürgergutachtens wird in Wernigerode in punkto Bürgerbeteiligung Neuland beschritten: Auf Initiative des Bürger-Bündnisses Wernigerode erhielten erstmals Bürger die Chance, ihre Vorstellungen zur Stadtgestaltung mit Hilfe von zwei Planungszellen zu formulieren. Zugleich kommt dieses Verfahren damit zum ersten Mal in ganz Sachsen-Anhalt zum Einsatz. Als Bürgergutachter erarbeiteten 24 über die Einwohnermeldestatistik per Zufall ausgewählte Einwohner Wernigerodes in einem dreitägigen Prozess Empfehlungen für die künftige Nutzung des Ochsenteichgeländes in Wernigerode.

Noch ist unklar, wie es mit dem Ochsenteichgelände in Wernigerode weiter gehen sollte. Aber mit den jetzt vorgelegten Ergebnissen der Planungszellen vom März 2013 wird die Diskussion neue Impulse erhalten. Sonne und Schnee sorgten am 14. März 2013 für einen harmonischen Eindruck. Foto: Dennis Naujoks/Stadt WernigerodeDas Areal, auf dem früher ein Sägewerk betrieben wurde, ist die letzte verbliebene Freifläche am Rand der Innenstadt und sorgt aufgrund der ungeklärten Nutzung seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich für Diskussionen in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Verschiedene Pläne scheiterten in der Vergangenheit, jüngst hatten Vorhaben von gleich zwei potentiellen Investoren das Thema neu entfacht. Prof. Dr. Birgit Apfelbaum: "Das Ergebnis belegt eindrucksvoll, dass Bürger engagiert und kreativ zu Werke gehen und scheinbar unvereinbare Interessen sachorientiert in ein Gesamtkonzept überführen. Möglicherweise können wir allen Beteiligten auch Lust auf mehr lebendige Demokratie dieser neuen Art machen."

Nach einer Vor-Ort-Begehung, Expertenvorträgen und Gesprächen mit Vertretern aller Seiten konnten sich die 24 Bürgergutachter eine eigene unabhängige Meinung bilden. Sie berieten stellvertretend für alle Bürger der Stadt, was aus dem Ochsenteichgelände werden soll. In zwei Planungszellen und jeweils elf verschiedenen Arbeitseinheiten, in denen die Besetzung nach dem Zufallsprinzip regelmäßig wechselte, gingen die Bürgergutachter der Frage auf den Grund, was die beste Nutzungsvariante für das Wernigeröder Ochsenteichgelände sei. In Kleingruppen haben die Bürgergutachter Antworten auf die offenen Fragen gefunden, die anschließend in moderierten Runden zusammengetragen wurden. Laut derzeitiger Rechtslage hat das Bürgergutachten lediglich empfehlenden Charakter für politische Entscheidungen. "Noch brauchen wir Kommunen, die innovativ vorangehen für die Weiterentwicklung unserer Demokratie. Wernigerode ist vorangegangen", betont der wissenschaftliche Geschäftsführer des nexus Instituts und der Akademie für Partizipative Methoden, Dr. Hans-Liudger Dienel.

Das Bürgergutachten können Sie hier herunterladen (pdf, 4,4 MB).


23.05.2013 Eine Delegation aus China besuchte das Institut nexus und wurde von Geschäftsführer Dr. Hans-Liudger Dienel persönlich über die wichtigsten Methoden zur Bürgerausstellung informiert.
Chinesische Delegation mit Interesse an Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung ist das Kerngeschäft der Akademie für Partizipative Methoden. Die verschiedenen Methoden präsentierte Geschäftsführer Dr. Hans-Liudger Dienel jetzt einer Delegation aus China. Die Gäste kamen von der Chinese Academy of Social Sciences aus Peking. Die einzelnen Methoden stießen auf reges Interesse. Die Akademie für Partizipative Methoden bietet Planungszellen, Zukunftswerkstätten, Bürgerausstellungen und zahlreiche weitere Methoden an. Sie werden jeweils speziell auf den jeweiligen Kundenwunsch adaptiert.

 


23.01.2013 Die Bürgerausstellung unter dem Motto 'Right of Way - Right of Stay' wurde am 24. Januar 2013 in Hyderabad (Südindien) eröffnet.
Bürgerausstellung befragt Menschen in Begum Bazaar

Hyderabad ist eine schnell wachsende Megacity. Vor allem in älteren Stadtteilen wird öffentlicher Raum immer knapper. Der motorisierte Verkehr beansprucht viel Fläche, die Fußgängern oder Straßenverkäufern fehlt. Der zunehmende Verkehr ist für viele Bürger ein Problem. Die Bürgerausstellung befragt Menschen in einem Marktgebiet, dem Begum Bazaar. Wie organisieren Unternehmen und Menschen den Personen- und Güterverkehr? Wie leben die Menschen mit den Vor- und Nachteilen? Was kann oder muss besser werden? Eröffnet wird die Bürgerausstellung am 24. Januar 2013 in Hyderabad. Vor Ort zur Eröffnung vertritt Tobias Kuttler aus dem nexus Institut das Projektteam.

Begum Bazaar steht für lebendiges Markttreiben im Herzen von Hyderabad. Neben dem Markt gibt es auch viele Einzelhändler. Erfahren Sie mehr über die Menschen in der Bürgerausstellung, die in Verantwortung von Tobias Kuttler unter Mitarbeit von Dr. Angela Jain und Dr. Bhaskar Poldas entstanden ist.

Weitere Infomationen:

Bürgerausstellung Hyderabad in Englischer Sprache (6 MB) 
Broschüre zur Bürgerausstellung in Hyderabad in Englischer Sprache (600 KB)